Melanie Gödeke, Fagus-GreCon

Melanie Gödeke

Melanie Gödeke

Leiterin der Personalabteilung bei Fagus-GreCon.

„Werden Ihre Anforderungen auch von uns erfüllt?“

Melanie Gödeke leitet die Personalabteilung bei Fagus-GreCon in Alfeld. Sie rät allen Bewerbenden während des Vorstellungsgesprächs ein Gefühl für die Unternehmenskultur zu bekommen und gleichzeitig zu reflektieren, ob die eigenen Werte dazu passen. Man sollte klar seine Erwartungshaltung für eine gute Zusammenarbeit ansprechen. Nur so erhalte man eine Orientierung dazu, ob die eigenen Anforderungen auch vom Arbeitgeber erfüllt werden. Arbeitsmöglichkeiten für Ingenieure und Ingenieurinnen gibt es bei Fagus-GreCon in Hülle und Fülle: Sowohl im Vertrieb, im Qualitätsmanagement, als auch in der Forschung und Entwicklung, der Konstruktion, dem Kundendienst und im Fertigungsbereich, berichtet Melanie Gödeke in dieser neuen Folge von Skill-Thrill.

Melanie Gödeke
Melanie Gödeke ist Leiterin der Personalabteilung bei Fagus-GreCon. Foto Jürgen Bartels
Das Fagus-GreCon Werk in Alfeld an der Leine. Foto Jürgen Bartels
Das Fagus-GreCon Werk in Alfeld an der Leine. Foto Jürgen Bartels

Wir sind ein innovatives Familienunternehmen. Zu uns passen Kandidat*innen, die entscheidungsfreudig sind und Lust an persönlicher und fachlicher Weiterentwicklung haben. Viele unserer Aufgaben lösen wir gemeinsam als Team – daher sollte sowohl eine Teamfähigkeit als auch eine Offenheit für neue Ideen vorhanden sein.

Wie schauen uns zunächst immer den allgemeinen Werdegang an und prüfen dann, ob dieser zu unserem Suchprofil passt. Besonders, wenn es in eine ganz andere Richtung als im bisherigen Berufsleben gehen soll, ist es für uns immer hilfreich, wenn wir der Bewerbung entnehmen können, warum man gerne für- und mit Fagus-GreCon arbeiten möchte und warum man sich den jeweiligen Bereich interessiert.

Beschäftigen Sie sich vor dem Gespräch mit dem Unternehmen. Informieren Sie sich über die Produkte und die Werte des Unternehmens. Versuchen Sie, während des Gesprächs ein Gefühl für die Unternehmenskultur zu bekommen und schauen Sie, ob Ihre Werte zu den Unternehmenswerten passen. Sprechen Sie auch klar Ihre Erwartungshaltung für eine gute Zusammenarbeit aus, damit Sie eine Orientierung bekommen, ob auch Ihre Anforderungen an einen Arbeitgeber erfüllt werden.
Meine Bitte an Sie: Reflektieren Sie das Gespräch im Nachgang und prüfen Sie für sich, ob Sie sich gut aufgehoben gefühlt haben.

Es wäre wirklich schade, wenn man unvorbereitet zu einem Interview erscheint, keine Fragen stellt und eher wortkarg ist. Mit einer guten Vorbereitung und einem angemessenen Gesprächsanteil erweckt man i.d.R. immer das Interesse des Gegenübers. Sie sollten dabei jedoch authentisch bleiben und Unklarheiten während des Gespräches immer direkt ansprechen, damit Sie ein realistisches Bild vom Unternehmen und der jeweiligen Stelle erhalten.

Aufgrund unserer umfangreichen Bereiche im Brandschutz, der Messtechnik und im Schuhleistenbereich bieten sich bei uns vielfältige Möglichkeiten für Ingenieure. Sowohl im Vertrieb, im Qualitätsmanagement als auch in der Forschung und Entwicklung, der Konstruktion, dem Kundendienst oder aber auch im Fertigungsbereich sind Ingenieure mit verschiedensten Ausrichtungen erfolgreich für uns im Einsatz. Durch unsere Internationalität bieten sich hier auch immer wieder Möglichkeiten für Auslandseinsätze.

Wir sind ein eigentümergeführtes Familienunternehmen und Marktführer in unserer Branche. Mitarbeiterorientierung, Familienfreundlichkeit und Innovationsgeist sind nicht nur leere Worte in unserem Unternehmen. Bei uns hat man die Möglichkeit, sich auszuprobieren, Entscheidungen zu treffen und in einem innovativen, internationalen Umfeld mit spannenden Produkten zu arbeiten. Wir haben nicht nur eine außergewöhnliche Unternehmenskultur, sondern durch das Weltkulturerbe auch eine außergewöhnliche Arbeitsstätte. Durch unser umfangreiches Onboardingprogramm stellen wir sicher, dass jede*r neue Mitarbeitende während der Einarbeitung gut begleitet in das Team und die Aufgabenbereiche integriert wird.

Unsere mitarbeiterorientierte Personalstrategie ist dabei bereits seit Firmengründung Voraussetzung für unseren Erfolg. Wie sagte schon der Gründer Carl Benscheidt 1911 sehr vorausschauend: „Unser Reichtum sind nicht unsere Maschinen, noch ein Bankkonto, sondern das Wissen, das Können und die Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter.“

Mit den Schuhleisten fing alles bei Fagus an. Foto Jürgen Bartels
Sie arbeiten gerne bei Fagus-GreCon in der Fertigung (v.l.) Thorben Kurbgeweit, Alexander Heinz, Diana Grote, Frederike Kelpe und Ingo Herrmann. Foto Jürgen Bartels

FUSE

Fuse-Demonstrator

FUSE

Weltidee FUSE: Capt’n Kirk und seine Mannschaft revolutionieren die Messtechnik

Wie entsteht eine Weltidee? Etwas, das es vorher noch nicht gegeben hat und das einen durchschlagenden Erfolg verspricht? Dazu muss man bei FUSE, einem gerade am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Messtechnik der Leibniz Universität Hannover zur Marktreife gelangenden Strommessgerät für die schnelle Analyse kleinster elektrischer Ströme, etwas ausholen. Vier Ingenieure haben dort eine sensationelle Lösung gefunden und entwickeln sie gerade zur Serienreife. Doch der Reihe nach: Alles begann 2019 mit einem Kooperationspartner, der Gaschromatographen baut – Messgeräte für die analytische Chemie: die Firma HyperChrom. Die Einsätze sind vielfältig: Rückstände in Gewässern untersuchen, Bodenproben auf Pestizide, Qualitätskontrollen in Raffinerien oder in der Medikamentenherstellung durchführen und die Spurensuche bei der Polizei unterstützen. Nur einige Anwendungsmöglichkeiten, bei denen Gaschromatographen Proben unter die Lupe nehmen. Beim Detektieren der Stoffe hilft oft ein Flammenionisationsdetektor. Dieser ionisiert die Moleküle mit Hilfe einer kleinen Wasserstoffflamme. Die gebildeten Ionen erzeugen einen winzigen elektrischen Strom, den ein entsprechendes Strommessgerät erfassen und anzeigen muss. 

Dann passierte es: Die Chemiker und Physiker von HyperChrom bauten einen Gaschromatographen, der bis zu 40mal schneller ist, als der heutige Stand der Technik – extrem interessant für alle Labore, mit denen das Unternehmen kollaboriert. Das Problem: Dieses Gerät erzeugt auch 40mal kürzere Strompulse – und das bei noch geringeren Probenmengen.  

Ansgar T. Kirk, Cornelius Wendt, Alexander Bohnhorst und Konstantin Krüger (v.l.)
Ansgar T. Kirk, Cornelius Wendt, Alexander Bohnhorst und Konstantin Krüger (v.l.) diskutieren eine Fragestellung am Rechner. Foto: Harald Langguth

„Die Frage an uns lautete dann: Könnt ihr diese viel kürzeren Strompulse messen? Und das, ohne in anderen wichtigen Eigenschaften schlechter zu werden“, berichtet Ansgar T. Kirk (34), Dr.-Ing. für Elektrotechnik am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Messtechnik der Leibniz Universität Hannover. Er und sein dreiköpfiges Team setzten sich hin und dachten über Lösungen dazu nach. Daraus wurde das Masterarbeitsthema von Cornelius Wendt (30) – Master of Science (M.Sc.) in Mechatronik. „Wir haben eine Lösung gefunden und zum Patent angemeldet – so ist FUSE entstanden“, berichtet Kirk.  Femptoampere bis Mikroampere schnell erfassen – dafür steht FUSE.

Mit diesem Strommessgerät zur schnellen Analyse kleinster elektrischer Ströme will FUSE den Markt revolutionieren. Damit das auch klappt, erhalten die vier Ingenieure seit Mai dieses Jahres bis zur angepeilten Serienreife im Oktober 2022 EXIST-Fördermittel von mehr als 720.000 Euro, um ein Produkt zu entwickeln und unternehmerische Fähigkeiten zu erlangen. Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanziert. Zum Team gehören noch Alexander Bohnhorst (32, M.Sc. Nanotechnologie) und Konstantin Krüger (24, M.Sc. Wirtschaftsingenieur). Das Ingenieur-Quartett nutzt für FUSE Büros und Labore am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Messtechnik an der Leibniz Universität. Das Projekt ist auch eine gemeinsame Success-Story mit „starting business“, dem Gründungsservice der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls und der Leibniz Universität Hannover. „starting business“ begleitet die Antragstellung und Projektadministration.

„Wir haben also das Pferd von hinten aufgezäumt. Erst einen interessierten Kunden mit einem Problem gehabt und danach die Produktentwicklung begonnen“, erzählt Kirk. Meist agieren Startups genau andersherum. Marktgerechter agiert das Team um Capt’n Kirk, der sich seiner Namensgleichheit mit dem Kommandanten der fiktionalen Filmserie „Raumschiff Enterprise“ durchaus bewusst ist und immer noch darüber schmunzeln kann. Der erste FUSE-Demonstrator ist bereits bei HyperChrom im Laboreinsatz – um zu zeigen, dass die Technik wirklich funktioniert. „Es ist aber noch kein Prototyp – die Bezeichnung des letzten Gerätes vor der Serienreife. Soweit sind wir aktuell noch nicht“, schränkt Kirk ein. Wichtige Impulse zum FUSE-Projekt gibt dem Ingenieur-Quartett auch sein Mentor: Professor Stefan Zimmermann, Leiter des Instituts für Grundlagen der Elektrotechnik und Messtechnik. 

Seinen Einsatz soll FUSE überall in der Messtechnik finden – ganz gleich, welche physikalische oder chemische Größe vom Sensor in elektrische Signale umgewandelt wird.  Eine entsprechende Erfassung ist im Anschluss immer notwendig. Weitere Anwendungsgebiete neben der Gaschromatographie sind Radioaktivitäts-Monitoring, Umweltanalytik, elektrische Messtechnik oder DNA-Sequenzierung. Konkret vorstellbar ist der FUSE-Einsatz auch bei Sicherheitskontrollen am Flughafen zur Aufspürung kleinster Rauschgiftmengen, bei Schadstoffuntersuchungen von Boden und Gewässern – bis hin zur Glyphosat-Analyse von Bier. Überall dort ist durch das genutzte Messprinzip das Messen kleinster Ströme ein wichtiger Bestandteil der chemischen oder physikalischen Analyse.

„Normalerweise benötigt ein Gaschromatograph für solche Schadstoff-Messungen eine halbe Stunde. Die deutlich schnelleren Geräte von HyperChrom schaffen das in weniger als einer Minute. Aber erst mit FUSE können die dabei entstehenden Ströme überhaupt gemessen werden“, benennt Cornelius Wendt die herausragende Innovation. Eine unglaubliche Zeitersparnis. „Ohne ein solches Strommessgerät kann man einen Gaschromatographen nicht so schnell mit einem Flammeninonisationsdetektor betreiben“, bekräftigt Ansgar T. Kirk. In den Laboren – alles klimatisierte Räume –  stehen bänkeweise Gaschromatograph an Gaschromatograph und laufen 24 Stunden am Stück. Leute im Schichtbetrieb füllen die Proben wieder auf. „Da ist jede Zeitersparnis bares Geld“, weiß Kirk. Dank FUSE werden so die Trinkwasser- oder Badequalität von Gewässern im Handumdrehen gemessen und festgestellt.

Auch die elektrischen Ströme von aus dem Schlafzustand erwachenden Prozessoren –beispielsweise bei Internet-of-Things-Anwendungen – können von FUSE gemessen und so überprüft werden. „Das Besondere bei allen diesen Aufgaben ist, dass der Strom sprunghaft um Größenordnungen ansteigt – und dann genauso schnell wieder abfällt“, erklärt Cornelius Wendt. FUSE ist ein Strommessgerät, das diesem Dynamikbereich aus kleinen und großen Strömen oder Konzentrationen locker folgen kann – und das bei einem sehr geringen Grundrauschen. Damit entfällt jede Umschaltproblematik zwischen Messbereichen, mit der sich die bisherigen Gerätehersteller herumärgern.

„Wir sind heute schon schneller als die  weltweiten Marktführer für elektrische Messtechnik. Die müssen zwischen kleinen und großen Strömen umschalten und können daher schnelle Änderungen über so weite Bereiche nicht erfassen“, sagt Ansgar T. Kirk. Für Ende 2022 ist die Serienreife geplant. Wird die Welt durch FUSE besser? „Das ist eine schwere Frage – denn unser Strommessgerät ist ja nur eine abstrakte Verbesserung. Immerhin wird die Welt durch FUSE schneller messbar.“

Fuse-Demonstrator
Ein Demonstrator des Strommessgerätes, mit dem das neuartige Prinzip bereits erfolgreich angewendet wurde. Foto: Konstantin Krüger
Capt'n T. Kirk Institut für Elektrotechnik und Messtechnik
Hier steht es schwarz auf weiß an der Bürotür: Capt’n Kirk führt das Team an. Foto: Harald Langguth

Mike Galicija, enercity AG

Dr. Mike Galicija

Leiter der Personalabteilung bei enercity

„Verstellen Sie sich nicht und bleiben Sie authentisch“

 

Die enercity AG mit Sitz in Hannover ist ein Anbieter von nachhaltigen und intelligenten Energielösungen. Der Konzern zählt mit einem Umsatz von rund
3,7 Milliarden Euro und rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den größten kommunalen Energiedienstleistern Deutschlands (Stand 2020). Das Unternehmen versorgt rund eine Million Menschen mit Strom, Wärme, Erdgas und Trinkwasser. Darüber hinaus bietet enercity energienahe Services rund um Elektromobilität, Energieeffizienz, dezentrale Kundenlösungen, Telekommunikation und smarte Infrastruktur. Motivation von enercity ist es, die Lebensqualität seiner Kundinnen und Kunden zu verbessern.

Dr. Mike Galicija ist Personalchef bei enercity.
Stadtbild Hannover enercity
enercity fühlt sich der Niedersächsischen Landeshauptstadt auf besondere Weise verbunden. Fotos: enercity

Natürlich sind die fachlichen Anforderungen häufig eine Grundvoraussetzung und wichtig. Viel wichtiger ist uns jedoch, dass das Mindset zu uns passt. Ideale Bewerberinnen und Bewerber sollten unternehmerisch denken, Verantwortung übernehmen und sich mit Spaß an Herausforderungen proaktiv in unseren Wandel einbringen können.

Bei Azubis, Dualen Studierenden, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Werkstudierenden lässt sich häufig noch nicht viel aus dem bisherigen beruflichen Werdegang herauslesen. Deshalb versuchen wir herauszufinden, wer hinter der Person steckt: Haben die Kandidatinnen und Kandidaten für ihren Sportverein eine Website gebaut? Waren sie im Fachschaftsrat des Studiengangs aktiv? Oder haben sie bereits als Kellner Durchhaltevermögen bewiesen? Bei Fach- und Führungskräften ist uns neben der bisherigen beruflichen Erfahrung und dem passenden Mindset die Motivation für enercity zu arbeiten besonders wichtig.

Durch Ihre Bewerbung und das Interview wollen wir die Chance nutzen, Sie so gut wie möglich kennenzulernen. Stellen Sie uns einen kompakten, antichronologischen Lebenslauf zur Verfügung, der die wichtigsten Meilensteine Ihres Lebens enthält. An diesem orientieren wir uns gerne im Gespräch. Überlegen Sie sich, welche Aspekte für Sie bei der Wahl Ihres Arbeitgebers wichtig sind und sprechen Sie diese an. Uns ist es wichtig, dass Sie sich einen Eindruck von uns, dem Team und den Aufgaben verschaffen können. Zeigen Sie, was Sie können und worin Ihre Stärken liegen – am besten anhand von praktischen Beispielen aus Ihrer beruflichen Vergangenheit. Scheuen Sie sich nicht, gerne etwas mehr und tiefgründiger über sich zu erzählen. Das hilft nicht nur Ihnen, sondern auch uns.

Gehen Sie nicht unvorbereitet in das Gespräch, sondern machen Sie sich vorher Gedanken: Welche Fragen könnten auf mich zukommen? Welche möglichen Antworten kann ich geben, die mich am besten beschreiben und welche Beispiele kann ich nennen? Haben Sie keine Angst bei einer Frage, die Sie nicht verstanden haben, nochmal nachzufragen und bitten Sie gegebenenfalls um einen Moment Bedenkzeit. Zeigen Sie uns gerne, dass Sie sich mit enercity als Unternehmen und Arbeitgeber auseinandergesetzt haben und stellen Sie uns Ihre Fragen – das zeigt Interesse. Aber das Wichtigste: Verstellen Sie sich nicht und bleiben Sie authentisch, denn nur so können wir Sie und Sie uns wirklich kennenlernen. Aufregung ist normal und das wissen wir auch, also keine Sorge. 🙂

Bei uns werden die Mitarbeitenden in ganz vielfältigen Abteilungen tätig. Sie beschäftigen sich beispielsweise mit Anlagen, Hochbau- oder Leitungsprojekten oder sind in den Datenübertragungsnetzen eingesetzt. Auch in unserem Netzservice kommen Ingenieurinnen und Ingenieure zum Einsatz – dort dann in der Arbeitssteuerung sowie in der Weiterentwicklung von netznahen Dienstleistungen und im Netzbetrieb. Im Bereich Wasser & Umwelt, speziell in der Wassergewinnung, bieten sich weitere spannende Einsatzmöglichkeiten gerade in der Elektro- und Leittechnik. In der thermischen Produktion stehen wir mit vor der größten Wende. Durch den Kohleausstieg werden wir im kommenden Jahrzehnt viele neue und interessante Technologien bauen und in Betrieb nehmen. Dadurch bieten sich weitere Einsatzmöglichkeiten zum Beispiel als Elektro- oder Projektingenieur oder -ingenieurin. Auch direkt an unseren Kunden sind unsere Kolleginnen und Kollegen dran – zum Beispiel wenn Sie Kundenlösungen (mit-) gestalten. Bei diesen vielfältigen Perspektiven steht Ihnen jedoch immer eine jeweilige Ansprechperson aus dem Personalbereich zur Verfügung und begleitet Sie durch unseren Auswahlprozess.

Bei uns werden Freiraum für selbstständiges Arbeiten und eigene Ideen sehr groß geschrieben, denn jeder sollte die Chance haben sich aktiv ins Unternehmensgeschehen einzubringen. Wir möchten, dass sich alle unsere Mitarbeitenden direkt von Anfang an gut aufgehoben und integriert fühlen, und bieten deshalb eine umfassende Einarbeitung in die neue Arbeitsaufgabe – mit und durch das Team – an. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, um Sie abhängig von Ihren persönlichen Qualifikationen und Interessen ideal fachlich und persönlich aufzustellen. Aber schauen Sie gerne selbst und machen Sie sich ein eigenes Bild von uns als Arbeitgeber: www.enercity.de/karriere

Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

Ingenieure von enercity bei der Arbeit
Über den Dächern Hannovers: Ingenieure von enercity nehmen eine Photovoltaikanlage ab.

Mathias Otto, riera Elektrotechnik

riera Elektrotechnik

Mathias Otto

Geschäftsführer riera Elektrotechnik 

„Wir möchten mit unserem Teamspirit begeistern“

riera Elektrotechnik steht für eine klassische Success-Story: Am 1.6.2019 wurde der Betrieb im Rahmen einer Unternehmensnachfolge von den beiden Gesellschaftern Mathias Otto und José Miragaya Gonzalez übernommen. Die beiden gelernten Elektrotechnikmeister hatten zuvor bei Bosch Sicherheitssysteme als Projektleiter gearbeitet. Von 4,5 Mitarbeitern entwickelte sich riera Elektrotechnik schnell zu einem florierenden Handwerksbetrieb mit 20 Angestellten, von denen zwölf – trotz Corona – erst 2020 und 2021 dazu kamen. Der Innungsfachbetrieb für Gebäudetechnik hat sich einen Namen gemacht bei den Themen E-Check, Elektroinstallation, Biodynamische Beleuchtung, E-Mobilität, Photovoltaik, Batteriespeicher, Sicherheits- und Gebäudetechnik. Mathias Otto ist einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens. Er führt auch die Gespräche mit Bewerber*innen. Aktuell sucht er einen Elektroingenieur oder eine Elektroingenieurin für die Planung von elektrotechnischen Anlagen.

Mathias Otto
Geschäftsführer Mathias Otto freut sich auf das Bewerbungsgespräch bei einem leckeren Kaffee. Foto: Harald Langguth
Solaranlage
Im Herbst 2020 errichtete riera Elektrotechnik die zweitgrößte Photovoltaikanlage in der Wedemark auf dem Dach der Firma Blekotec in Gailhof. Foto: Harald Langguth

Bei uns im Unternehmen sind Leidenschaft für den Beruf, Beharrlichkeit bei Lösungen von Herausforderungen und Eigeninitiative die drei wichtigsten Eigenschaften.

Bei einer Bewerbung schaue ich als erstes immer auf den Lebenslauf. Dabei liegt mein  Interesse auf durchgängigen Stationen, die ein*e Bewerber*in in der bisherigen Laufbahn durchlaufen hat. 

Die Bewerber*innen müssen sich mit unserem Unternehmen im Vorfeld beschäftigt haben. Die Gespräche verlaufen in einer sehr lockeren, aber auch interessierten Atmosphäre.

Die Kandidaten*innen sollten sich absolut authentisch präsentieren. Eine gewisse Nervosität ist ganz normal, sollte aber nicht das offene Gespräch beeinflussen. 

Wir sind ein Unternehmen auf Wachstumskurs mit einem Engagement in allen Bereichen der Elektrotechnik. Den Bereich der erneuerbaren Energien bauen wir verstärkt aus und planen für die nächsten Jahre unser Angebot zu erweitern: von der Photovoltaik über den Batteriespeicher, von der E-Mobilität bis hin zum Bau von Anlagen, die grünen Wasserstoff produzieren. Wir geben Ingenieur*innen die Chance, uns bei so wichtigen gesellschaftlichen Themen mit ihren kreativen technischen Ideen zu begleiten und auch selber zu gestalten.

Bei uns sind alle Menschen herzlich willkommen, die sich die Zeit nehmen, bei unserer Company mitzuwirken. In unserem Team ist der Spirit „wir wirken gemeinsam“, „wir schätzen uns“, und „Wissen teilen“ tief verankert. Wir schaffen so gemeinsam eine Umgebung, in der sich die Mitwirkenden wohlfühlen und dadurch für das Team mit Leidenschaft einen Mehrwert schaffen. Wir freuen uns, einen interessierten Absolventen oder eine Absolventin von unserem Teamspirit in einem persönlichen Gespräch zu begeistern.

Bewerbungen an Mathias Otto, riera Elektrotechnik GmbH, Varrelheidering 9, 30659 Hannover oder per Mail an HR@riera-elektrotechnik.com. Bei Nachfragen erreicht man ihn telefonisch unter 0511 93680470. Das Portfolio des Unternehmens erschließt sich einem unter https://www.riera-elektrotechnik.com.

riera Elektrotechnik
Grüßt bereits von der A2 in Richtung Dortmund: Das Logo von riera Elektrotechnik im Gewerbegebiet Altwarmbüchen. Foto: riera Elektrotechnik

Stephan Reinisch, Die Energieingenieure

Stephan Reinisch

Stephan Reinisch

Geschäftsführer der Energieingenieure

„Man kann sich bei uns seinen Arbeitsplatz auch selbst entwickeln“

Stephan Reinisch ist einer von zwei Geschäftsführern im noch jungen elfköpfigen Team der Energieingenieure und für Personal zuständig. Begeisterung für das Unternehmen ist ihm bei Bewerbenden wichtiger als gute Noten. Interesst*innen sollten sich vorab überlegen,  wofür sie glauben, einen Beitrag im Unternehmen leisten zu können. Dann führten viele Wege zu den Energieingenieuren – bis hin zur Entwicklung des eigenen Arbeitsplatzes, sagt er. Warum selbst eine Initiativbewerbung bei den Energieingenieuren Sinn macht – und was die verschworene Truppe von den Großen der Branche unterscheidet – das erzählt Stephan Reinisch in dieser neuen Folge von Skill-Thrill.    

Stephan Reinisch
Stephan Reinisch freut sich auf das Bewerbungsgespräch beim Kaffee.
Stephan Reinisch
Stephan Reinisch erläutert ein Straßenbeleuchtungsprojekt der Energieingenieure in Hannover im Auftrag von enercity.

Vielseitigkeit macht unser Team aus. Dadurch ergänzen sich die Stärken. Was jedoch alle eint, sind Überzeugung und Motivation, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten sowie das gemeinsame Wirken als Team.

Ich schaue auf die Motivation, das Interesse und was zwischen den Zeilen steht.

Nicht die Noten sind entscheidend, sondern die Beweggründe. Was begeistert die Bewerbenden an uns? Wieso glauben sie dafür einen Beitrag leisten zu können? Deshalb kann es nicht schaden, sich mit unserem Unternehmen und dem, was wir machen, vor der Bewerbung befasst zu haben.

Schlecht formatierte Standardanschreiben in denen im schlimmsten Fall noch der falsche Ansprechpartner angesprochen wird. Copy & Paste Bewerbungen stechen ohnehin negativ ins Auge.

Die Bereiche der Energieeffizienzberatung sind vielseitig und eng verzahnt. Von bauphysikalischen Simulationen bis zur Photovoltaik-Anlagenplanung, von der Heizungstechnik bis zu den Querschnittstechnologien. Von der Lichtplanung bis zu kommunalen Klimaschutzkonzepten. Die Leistungen knüpfen aneinander an. Wir holen die Kunden dort ab wo sie stehen, analysieren die Potenziale, organisieren Fördermittel und begleiten bei der Realisierung innovativer Effizienzprojekte. Bei uns kann man selbstbestimmter arbeiten als bei den Großen der Branche.

Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht einen seichten Einstieg zu wählen und so zu wissen, worauf man sich gegenseitig einstellt. Gerne kann man schon ein Praktikum und eine Werksstudententätigkeit bei uns beginnen, dann seine Bachelor oder Masterarbeit anschließen und danach ins volle Berufsleben einsteigen. Natürlich ist dies nicht der einzige Weg zu uns. Viele Wege führen zu den Energieingenieuren, auch eine Initiativbewerbung schadet nie. Manchmal kann man sich bei uns seinen Arbeitsplatz auch selbst entwickeln. Wir sind da offen. Wir suchen zurzeit konkret eine Bachelor-Absolven*tin in Architektur oder B.Sc. BauIng, die motiviert ist, Umsetzungen zu begleiten.

Energieingenieure fahren natürlich ein E-Fahrzeug. Stephan Reinisch beim Laden seines e-up.

„Mach‘ keine Nachtschichten“

Svenja Fabisiak und Samuel Frank

„Mach‘ keine Nachtschichten"

Svenja Fabisiak (26) aus Hannover ist Studentin im Master Maschinenbau an der Leibniz Universität Hannover. Sie gehört zu den Gurus auf ingenieurregion.de und beriet jahrelang junge Studierende als Tutorin beim konstruktiven Projekt im Studiengang Maschinenbau. Einer von ihnen ist der angehende Maschinenbaustudent Samuel Frank (20). Starten will er im Sommersemester 2022. Samuel hat in diesem Jahr sein Abi an der KGS Hemmingen in der Region Hannover gebaut. Auch Svenja ist dort zur Schule gegangen. Die beiden verbindet noch etwas – das Projekt JeT – Jugend entdeckt Technik von Prof. Dr. Uwe Groth. Der VDI-Landesvorsitzende begeistert damit junge Menschen bereits in den Schulen für MINT-Studiengänge und Berufe. In Wettbewerben wie JeT-Challenge konfigurieren landesweit Schülerinnen und Schüler Elektrofahrzeuge im Maßstab 1:8, optimieren den Energiebedarf und fahren dann Rennen aus. Dazu gehören auch klare Zuständigkeiten im Team und ein schlüssiges Marketingkonzept.

Svenja Fabisiak
„Es gibt Dozenten, die einem für Prüfungen Tipps geben. Andere benennen nur den Fächerkanon“, berichtet Guru Svenja Fabisiak.

Alles das bewertet eine Jury, der Svenja Fabisiak seit Jahren angehört. „Ohne das JeT-Projekt an der KGS Hemmingen wäre ich nicht da, wo ich heute bin“, sagt sie. Auch Samuel Franks Studieninteresse ist durch JeT geweckt worden: „Maschinenbau ist genau mein Ding. Das habe ich über das VDI-Projekt herausgefunden.“ Er hat gerade Nachfolger für seine Schülerfirma Hex-a-print an der KGS Hemmingen gefunden. Das Unternehmen beschäftigt sich mit 3D-Druck und Design. Samuel hat darüber alle Drucker der Kooperativen Gesamtschule wieder zum Laufen gebracht und sogar eine eigene Druckersoftware geschrieben. Dann sei das Maker-Lab an der Leibniz Universität goldrichtig für ihn, wirft Svenja ein. In dieser studentischen Projektwerkstatt ist jeder willkommen, um Anlagen wie 3D-Drucker, Laser Cutter oder Werkzeugmaschinen zu nutzen und sich mit anderen auszutauschen – Praxis statt Hörsaal-Theorie.

Svenja weiß genau, wovon sie spricht. Denn sie hat das Maker-Lab mit aufgebaut. „3D-Druck und Elektrotechnik – das ist das, was wir dort am meisten machen. Die Studierenden sollen ihr Wissen praktisch umsetzen können“, erläutert sie den Sinn dahinter. Samuel ist sofort Feuer und Flamme, da er sich gerade beim 3D-Druck mit dem Thema Recycling beschäftigt und eine Recyclingstraße für Plastik aufbaut, um neues Fillament herzustellen. Dazu nutzt er einen Extruder als Aufschmelzeinheit. „Deswegen lasse ich mir auch noch Zeit mit dem Studium“, sagt Samuel. Das passt auch für Svenja. „Genau das machen wir gerade auch im Maker-Lab. Wir brauchen noch Leute wie Dich, die Lust haben, Projekte umzusetzen.“ „Vermittele mir doch mal den Kontakt zu den Leuten, die das Extruder-Thema gerade bei euch machen“, bittet Samuel.

Aber die beiden sind heute nicht nur in der Geschäftsstelle des VDI Bezirksvereins Hannover in der Hanomagstraße zusammengekommen, um über vergangenes zu fachsimpeln. Samuel hat ein ganzes Bündel an Fragen zusammengestellt, auf die er sich von Svenja Antworten erhofft. Sie erklärt ihm zunächst die großen Unterschiede zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein können. „Im Bachelor erlernt man 6 Semester lang die benötigten Grundlagen. Im Master haben dann gefühlt auch die Dozenten mehr Freunde am Unterrichten, da sie dann über Themen sprechen, die sie selbst gerade bearbeiten“, klärt Svenja Samuel auf. Manche Institute böten interessante und spannende Vorlesungen. Das sei – wie vieles andere – abhängig von den Dozenten, die man bekomme. „Es ist cool und fordernd zugleich, Maschinenbau zu studieren“, resümiert Svenja. Wichtig sei es, ein Faible für Mathematik mitzubringen.

Technische Mechanik, Physik und Mathematik machen vor allem das Bachelor-Studium aus. Es gelte mindestens 15 von 30 Punkten pro Semester zu erreichen. „Wie viel Mathe ist es am Anfang – und wann wird es weniger?“ möchte Samuel wissen. „Erst im Masters wird es weniger“, erklärt Svenja. „Wenn Du keine Affinität zu Mathe hast, solltest Du das Studium besser lassen“, sagt sie. „Da fallen wirklich viele durch. Ein Professor sagte uns in der Vorlesung: Gucken Sie nach rechts – gucken Sie nach links – die Leute sehen Sie im nächsten Jahr nicht wieder.“

Trotz ihrer zwölf Punkte im Abizeugnis hat auch sie an der Uni die erste Matheklausur versiebt. „Nicht abschrecken lassen von einer durchgefallenen Prüfung“, lautet ihr Tipp an Samuel. Sie nutzte die Hörsaalübungen als Vorbereitung auf Klausuren. „Übungen machen den Meister in den mathematischen Fächern“, weiß Svenja. Dennoch sei sie nach dem zweiten Semester aufgrund der vielen Anforderungen mit den Nerven runter gewesen.

Sie wechselte während des Bachelors an eine Hochschule. „Das Studium ist dort anders aufgebaut. Die Gruppen sind dort kleiner – dafür ist alles schulischer. Auch gibt es bei Klausuren nur drei Versuche.“ Svenja nahm die Erfahrung mit und ging wieder zurück an die Uni. Hier schuf sie sich bewusst Freiräume für ihre Hobbies und Freunde. „Uni ist immer da – den Gedanken musst Du klein halten. Aktiv eine Pause zu machen ist extrem wichtig“, rät sie Samuel. Nach dem vierten Semester habe man mehr Freiräume – „das fand ich sehr entspannend.“

Ihr wohl wichtigster Tipp an Samuel lautet: „Mach‘ keine Nachtschichten. Entweder der Rechner stürzt ab – oder Du vergisst zwischendurch zu speichern.“ Ihr habe es geholfen, bereits drei bis vier Wochen vor einer Klausur mit der Vorbereitung zu beginnen und einen Lernzettel zu schreiben, um für sich den Stoff zu visualisieren. Der hohe Aufwand hat sich bereits jetzt für sie gelohnt. Denn seit November 2021 schreibt Svenja ihre Masterarbeit in Kooperation mit Contitech. Samuel Frank ist zufrieden – er fühlt sich gut von Svenja Fabisiak für sein Maschinenbaustudium beraten. „Das Gespräch war hilfreich – ich habe viel mitgeschrieben.“ Wenn er mit dem Studium begonnen hat, will er zum Thema Lernmaterial wieder auf Svenja zukommen. Sie will ihn unterstützen.

Svenja Fabisiak und Samuel Frank
„Wenn man in der Vorlesung nicht mitschreibt – hat man dann in der Prüfung verloren?“ möchte Samuel von Svenja wissen. Es gibt immer Skripts, kann sie ihn beruhigen.

Link zu Svenjas Guruprofil

Unsere Gurus sind für alle da

Neben Svenja Fabisiak zählt eine ganze Reihe guter Gesprächspartner*innen zu den Gurus von ingenieurregion.de, darunter Professor*innen, Ingenieur*innen mit Berufserfahrung, Young Engineers und Studierende. Sucht euch hier den richtigen Guru aus, stellt eure Fragen per Mail, Video oder persönlich – und berichtet uns, wie euch der Kontakt zu unserem Guru-Team weitergeholfen hat.

Die Mission von DHM Prüfsysteme: Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Dr. Müller im Rumpf eines A310 Zero-G

Die Mission von DHM Prüfsysteme: Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

In dieser Rubrik erzählt ingenieurregion.de von Ideen, die um die ganze Welt gehen. Wer kann das glaubhafter von sich behaupten als DHM Prüfsysteme? Das Unternehmen aus Clausthal-Zellerfeld hat einen 3D-Drucker gebaut, der in nicht allzu ferner Zukunft seinen Dienst im Weltraum aufnehmen soll. In unserem Interview spricht Geschäftsführer Dr. Harald Müller darüber, was seinen Drucker zur Spitzenleistung befähigt – und er beschreibt seinen Höhenflug der besonderen Art.

Dr. Müller im Rumpf eines A310 Zero-G
Willkommen an Bord: Dr. Harald Müller erlebte wie ein Astronaut im Weltall das Gefühl der Schwerelosigkeit.

Durch unsere guten Kontakte zur TU Clausthal und zu Professor Dr. Jens Günster, der genau weiß, was wir alles können. Er fragte mich: Könnt ihr euch vorstellen, in kurzer Zeit die Konstruktion, Fertigung, Ansteuerung und Elektrik für einen 3D-Drucker auf die Beine zu stellen, der in der Schwerelosigkeit funktioniert? Das ist eine spannende, nicht alltägliche Aufgabe, und natürlich haben wir gesagt: Das bekommen wir hin.

Im Weltraum gibt es keine Gravitationskraft und dadurch funktioniert vieles nicht so, wie wir es von der Erde her kennen. Viele industrielle Produkte werden heute schon pulverbasiert im 3D-Druck hergestellt. Nur: Wenn ich im Weltraum ein Pulver ausschütte, dann bleibt es nicht liegen, sondern schwebt überall herum. Wir können also nicht wie gewohnt mit dem Laser dünne Pulverschichten aufschmelzen, um schrittweise ein Bauteil im 3D-Druck zu drucken. Das Besondere an unserem Drucker ist, dass er die Metallkörnchen mit einem Luftstrom ansaugt und an eine Fläche bindet. So ist es uns gelungen, das 3D-Druckverfahren weltraumtauglich zu machen.

Bei vielen Dingen, die man zum ersten Mal macht, hat man vorher ein mulmiges Gefühl. Als ich für die Tests an Bord ging, war ich angespannt. Zumal ich im Ohr die Geschichten von Leuten hatte, die den Parabelflug schon einmal mitgemacht hatten. Eigentlich wird immer einigen während des Flugs schlecht – deswegen bekommt man die Empfehlung, morgens beim Frühstück nicht zu viel zu essen. Als aus dem Cockpit das Kommando kam, dass wir gleich unsere erste Parabel fliegen und im freien Fall 1000 Meter zur Erde stürzen, da habe ich in meinen Körper und insbesondere in meinen Magen hineingehorcht. Ich fühlte mich aber ganz gut und konnte die Parabeln sogar etwas genießen.

Insgesamt hatten wir zehn verschiedene Experimente an Bord und waren eine Gruppe von rund 40 Leuten. Neben unserem 3D-Drucker testeten Wissenschaftler weitere Apparaturen, auch einige Mediziner mit ihren Probanden waren unter den Passagieren. Alle waren hochkonzentriert. Sie hatten lange auf diesen einen Tag hingearbeitet und waren voll und ganz damit beschäftigt, ihr Experiment endlich durchführen zu können.

Neben der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sind die TU Clausthal, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Europäische Weltraumorganisation ESA an dem Projekt beteiligt. Der Gedanke ist ja: Wenn man im Weltraum mal ein Ersatzteil benötigt, an das niemand gedacht hat, dann druckt man es sich mit dem 3D-Drucker einfach selbst. Zumal jedes zusätzliche Kilogramm, das beim Start an Bord ist, viel Treibstoff kostet. Der nächste Parabelflug und weitere Tests mit unserem Drucker sind bereits geplant. Bis dahin wandeln wir ihn dahingehend ab, dass er für die Internationale Raumstation ISS einsatzfähig wird.

Während des Flugs sind wir 30 Parabeln geflogen. Dabei wurde dem einen oder anderen Passagier übel, der das wohl nicht noch einmal unbedingt mitmachen wird. Ich kann sagen: Immer wieder gerne.

Airbus 310 Zero G
In diesem Airbus A310 testete Dr. Harald Müller seinen 3D-Drucker. Das Flugzeug namens Zero-G wurde so umgebaut, dass es in 8000 Metern Höhe mehrere Experimentanordnungen beherbergen kann.
Wie ein Parabelflug funktioniert
Zuerst geht’s steil nach oben, dann folgt der freie Fall: Der Parabelflug ist ein spektakuläres Flugmanöver.

Wenn der Schubladen-Wächter piepen

Alexander Onkes mit Lina und Nick

Wenn der Schubladen-Wächter piepend Alarm schlägt

Nick und Lina kommen aus Braunschweig. Er ist neun Jahre alt, geht zur Grundschule und spielt im Verein Fußball. Sie ist schon zehn, besucht seit neuestem das Gymnasium und singt im Chor. Und die große bunte Welt der Technik? Hier kennen sich die beiden nicht so gut aus. Zumindest noch nicht, denn jetzt fragen sie jemanden, der in dieser Welt zu Hause ist: Alexander Onkes, der an der TU Braunschweig Elektrotechnik im Master studiert und zu den Gurus von ingenieurregion.de zählt. Los geht’s mit dem großen Kinder-Guru-Interview.

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Alexander Onkes mit Lina und Nick
Warum sollten wir uns mit Technik beschäftigen? Nick und Lina fragten, Alexander Onkes hatte die Antworten.

Alexander: Bereits zu Kindergartenzeiten hat mich Technik begeistert. Gemeinsam mit meinem Opa, der Physiklehrer war, habe ich einfache Schaltungen gebaut – mit vielen Schaltern zum Drücken und Lämpchen, die bunt leuchteten. Als ich dann zur Grundschule ging, hat mich mein Opa in seine Schule mitgenommen und mir dort die Physiksammlung gezeigt, zum Beispiel das Teleskop. Das hat mir viel Spaß gemacht.

Alexander: Im Unterricht sehr wenig. Erst spät, in der zehnten Klasse in Physik, kamen elektrische Schaltungen dran – doch das war sehr einfach für mich, zu der Zeit interessierten mich schon ganz andere Dinge. In meinem Gymnasium im Schloss in Wolfenbüttel gab es eine Jugend-forscht-AG, in der ich mich mit Technik beschäftigen konnte.

Alexander: Früher habe ich gerne mit Lego gespielt. Als ich in der vierten Klasse war, habe ich die Legosteine ausgebohrt und darin elektrische Bausteine wie Widerstand und Kondensator verbaut. Auf meiner Legoplatte habe ich die Steine miteinander verbunden. So habe ich viele verschiedene Schaltungen gebaut, zum Beispiel einen Schubladen-Wächter mit einem geheimen Knopf. Wenn jemand meine Schublade aufmachte, ohne diesen Knopf zu drücken, gab der Wächter Alarm. Er hat dann laut gepiept.

Alexander: Weil ich mit dem Lego-Projekt beim Regionalwettbewerb auf den ersten Platz kam, durfte ich auch zum Landesentscheid, wo ich einen Sonderpreis gewinnen konnte. Sehr gut lief auch mein allerletztes Jugend-forscht-Projekt vor fünf Jahren, als ich mich wiederum für den Landeswettbewerb qualifizierte und als Preis ein Praktikum bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt machen durfte. In der Uhrenhalle, wo die Atomuhren stehen, konnte ich den Forschern vier Wochen über die Schultern schauen.

Alexander: Ja, genau. Das Schöne am Studieren ist, dass man nur mit den Lieblingsschulfächern zu tun hat – in meinem Fall sind das Mathe und Physik. Mein Studiengang trägt den Namen Elektrotechnik. Zu Anfang des Studiums beschäftigt man sich mit den Grundlagen, wie elektrischer Strom fließt oder Schaltungen funktionieren. Jetzt interessiere ich mich sehr für das Internet und die Computer – denn auch da stecken elektrische Signale drin.

Alexander: Das ist eine wirklich gute Frage. Darüber mache ich mir gerade viele Gedanken, weil ich voraussichtlich in einem Jahr mit meinem Studium fertig sein werde. Ich würde gerne neue technische Möglichkeiten erforschen und so lange an ihnen herumtüfteln, bis sie funktionieren. Dann könnten diese Technologien eingesetzt werden – zum Beispiel in einem Auto eine neue Steuerung oder ein Computersystem.

Alexander: Dann gehe ich raus, denn ich bin im Naturschutzbund aktiv. Gerade habe ich mich um einen Teich gekümmert und ganz viel Schilf herausgerissen, damit er nicht verlandet und es ihn irgendwann nicht mehr gibt.

Alexander: Wenn wir den Computer benutzen, mit dem Bus fahren oder jemanden anrufen: Alles, was um uns herum passiert, hat mit Technik zu tun. Zu verstehen, wie alles miteinander zusammenhängt und wie wichtig Technik für unser Leben ist, ist sehr spannend. Der einfachste Weg, damit anzufangen, ist eine Arbeitsgemeinschaft in der Schule wie die Jugend-forscht-AG – da lernt ihr zum Beispiel Werkzeuge und das Löten kennen. Beantwortet das eure Fragen?

Alexander Onkes 4 Jahre alt
Früh übt sich: Der Viertklässler Alexander Onkes präsentiert seinen Elektronikbaukasten aus Legosteinen – mit großem Erfolg.

Unsere Gurus sind für alle da

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Simulationssysteme von Simtec

Simulationssysteme von Simtec

Vorhang auf für die Simulationssysteme von Simtec

Schon im Fliegenden Theater zu Gast gewesen? Nein? Dann wird’s höchste Zeit zum Abheben. In immer mehr Freizeitparks sind diese Simulatoren absolute Besuchermagneten. Wenn sie sich vor einer riesigen Leinwand mit ihrem Publikum in Bewegung setzen, in alle Richtungen manövrieren und mit echten Elementen wie Wind oder Wasser die Fantasie und Wirklichkeit miteinander verschmelzen, schnellt jeder Puls in die Höhe. Mittendrin in dieser aufregenden Story: die Simtec Systems GmbH, die zu den erfolgreichsten Herstellern von Bewegungssimulationssystemen zählt.

Vielarmiges Bewegungstalent: Die leistungsstarke Hydraulik macht es möglich, das System in alle Richtungen zu manövrieren.

„Der allergrößte Teil unserer Kunden ist in China zu Hause“, sagt Philipp Hellwig, Leiter der Verwaltung und verantwortlich für den Recruiting-Prozess. Wenn es um neue Freizeitparks und genauso aufwendige wie auch außergewöhnliche Attraktionen geht, liegt das einwohnerreichste Land der Welt weit vorne – und die spektakulären Fliegenden Theater des Braunschweiger Unternehmens sind ein echter Blockbuster für alle Erlebnispark-Fans.

Der Simulator ist in der Lage, sich auf bis zu sechs Achsen vor der halbkugelförmigen Projektionsleinwand zu bewegen. So hat das Publikum den Eindruck, durch eine schöne Landschaft mit dem Flugzeug zu fliegen oder mit dem Auto durch einen gefährlichen Wirbelsturm zu fahren – je nach Film, der gerade zu sehen ist.

Tolle Spezialeffekte gibt’s inklusive. „Das Publikum steckt tief in der Geschichte drin: Es spürt den Fahrtwind, riecht die Tannen und bekommt Spritzer ins Gesicht, wenn es an einem Wasserfall vorbeifliegt“, beschreibt Philipp Hellwig die Immersion, also das vollständige Eintauchen in die Simulationswelt. „Die Besucher werden in die Sitze gedrückt, als wenn ein Auto oder Flugzeug beschleunigen würde. Das Gefühl ist einfach großartig.“

Worauf Simtec Wert legt: „Unsere Simulationssysteme bauen wir komplett selbst. Deswegen muss unser Team wirklich alles können.“ Von der Entwicklung über die Konstruktion bis zur Fertigung sowie vom Antriebssystem über die Sicherheitstechnik bis zur Software gibt es für die Mitarbeiter*innen jede Menge zu tun.

Und auch viel Anlass zur Freude: In der neuen Manufaktur, im Jahr 2018 auf dem Unternehmensgelände nahe des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg eröffnet, „kommen immer alle zusammen, wenn ein Gesamtsystem zur Auslieferung fertig ist – das ist ein toller Moment“, betont Philipp Hellwig.

Insgesamt 80 Mitarbeiter*innen arbeiten bei Simtec, fast die Hälfte sind Ingenieur*innen. Hinzukommt die Belegschaft des Tochterunternehmens, das in China beheimatet ist.

Neben dem Bau von Simulatoren für die Entertainmentbranche bewegt sich Simtec auf zwei weiteren Tätigkeitsfeldern. Da ist zum einen das Pilotentrainingszentrum für die Dornier 228, die Keimzelle des Unternehmens ist. Weil dieser Simulator so erfolgreich war, reifte schnell die Idee: Diese Technologie können wir nicht nur im kleinen Maßstab einsetzen, um gleichzeitig drei Pilot*innen zu schulen, sondern auch im ganz großen Stil zum Vergnügen vieler – der Rest ist bekannt.

Und zum zweiten hat Simtec Simulatoren für die Automobilindustrie zur Reife gebracht. Sie kommen zum Einsatz, um die Betriebsfestigkeit von Fahrzeugkomponenten zu prüfen. Wie viel Belastung halten Treibstofftanks, Sitzbänke & Co aus, ohne sich zu verformen oder die Funktionstüchtigkeit zu verlieren? Die Systeme simulieren eine Testumgebung und setzen die Bauteile realen Beanspruchungen aus – unter Einfluss von besonders hohen oder niedrigen Temperaturen und anhaltenden Bewegungen. „Mit diesen Produkten sind wir Marktführer bei industriellen Testanwendungen“, sagt Philipp Hellwig.

Dass man auch im Entertainmentbereich zu den Branchengrößen gehört, hat laut dem gebürtigen Schleswiger drei wesentliche Gründe: Simtec steht für Qualität, erfüllt hohe Sicherheitsanforderungen und hat die richtigen Einfälle, um für mehr Action in den Fliegenden Theatern und Nervenkitzel bei den Erlebnisparkgästen zu sorgen. „Häufig wünschen sich Kunden, dass ihre Attraktionen noch größer und besser werden. Simtec hat immer gute Ideen, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen.“

Philipp Hellwig hat Maschinenbau mit der Vertiefungsrichtung Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Braunschweig studiert. Aus Erfahrung weiß er, dass nach dem Studium viele Türen offenstehen; so viele sogar, dass die Auswahl schwerfällt. „Studiert zu haben, ist eine super Basis. Doch das eigentliche Lernen erfolgt erst danach – in den Unternehmen.“ Er empfiehlt Ingenieur*innen, durch die Tür zu gehen, „die am meisten Spaß verspricht“.

Ein weiterer Tipp: Bei Simtec hätten viele gute Mitarbeiter*innen den Einstieg ins Unternehmen durch Praktika und Abschlussarbeiten gefunden. „Wenn sich Studierenden diese Möglichkeiten bieten, sollten sie sie nutzen.“ Die Teams würden sich meist aus jüngeren Berufsstarter*innen und erfahrenen Kolleg*innen zusammensetzen, „die immer voneinander lernen und gemeinsam die Lösungen erarbeiten“.

Wer mit seinen Talenten und Fähigkeiten die Simulationssysteme auf das nächste Level heben und die Erfolgsgeschichte von Simtec mitschreiben möchte, ist im Team gern gesehen. Es warte eine große Aufgabenvielfalt, die ziemlich anspruchsvoll und fordernd sei, betont Philipp Hellwig. „Und dazu megaspannend.“

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Philipp Hellwig, Leiter der Verwaltung und verantwortlich für den Recruiting-Prozess beim Braunschweiger Unternehmen Simtec.
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Die Simulationssysteme von Simtec dienen auch als Testumgebung zur Erprobung von Fahrzeugkomponenten.