Nexster – den Funken zünden und Gründer begeistern

Stolz auf Maskottchen Zebra Martin (v.l.): Tobias Bogie, Student Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaft, Nicole Lüddemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Wirtschaftsinformatik, Ergin Celik, Student der Wirtschaftsinformatik, und Christian Lehmann, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Entrepreneurship.

Nexster - den Funken zünden und Gründer begeistern

Stolz auf Maskottchen Zebra Martin (v.l.): Tobias Bogie, Student Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaft, Nicole Lüddemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Wirtschaftsinformatik, Ergin Celik, Student der Wirtschaftsinformatik, und Christian Lehmann, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Entrepreneurship.
Stolz auf Maskottchen Zebra Martin

Da steht ein Zebra auf dem Flur. Es heißt Martin und steht für Innovation, schräge Ideen und dafür, die Welt ein Stück weit besser zu machen. Martin ist eine Plastik und steht für das, was seit Herbst 2022 im Venture Lab des Entrepreneurship-Centers an der Hochschule Hannover abgeht. Das Kind hat auch noch einen kürzeren Namen – Nexster. „Unser Alleinstellungsmerkmal bei Nexster: Wir wollen Gründer begeistern, den Funken in ihnen entzünden und zeigen, wie geil es ist, die Welt durch eigene Kraft zu gestalten“, sagt Christian Lehmann. Er ist seit 2016 bei Nexster dabei und hat eine Professur für Entrepreneurship und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Die Leitung des Entrepreneurship-Centers teilt er sich mit dem Initiator Gunnar Spellmeyer. Der hat eine Professur für Design und genauso verrückte Ideen wie Lehmann. So hat er bei der Ideenfindung 150 verschiedene Assoziationen zu Nexster gefunden – von hipster über sportster bis zu roadster – um nur einige zu nennen. Alles begann vor mehr als drei Jahren mit einem befristeten Efre-Projekt. Inzwischen finanziert die Hochschule Hannover zwei Stellen permanent.

Die Lehre von Lehmann und Spellmeyer erschöpft sich nicht im Vermitteln von Fachwissen. „Der Lernerfolg ist viel größer, wenn Du eine Aufgabenstellung bekommst. Daher mache ich mit meinen Studierenden nur Projekte. Vor allem entwickeln wir nachhaltige Geschäftsideen. Am besten sollen sie diese die Umwelt verbessern und sich rechnen. Businesspläne sind Schrott – es sei denn, Du willst Fleischer werden“, sagt Lehmann mit einem Augenzwinkern. Zu seinen Schwerpunkten schreibt er auf der Hochschul-Website über sich: „Innovative Geschäftsmodelle, erklärungsbedürftige Dienstleistungen, unangenehme Fragen“. Bei Spellmeyer liest sich das so: „Coaching, Kreativität, Design Thinking, Existenzanalytische Beratung, Innovationsmanagement, Strategie zur Entwicklung eines Institutional Entrepreneurship Mindset“. Damit gemeint ist ein kreativer Prozess mit den Gründungswilligen, der auf der Website der Hochschule unter „Was ist Nexster?“ so beschrieben wird: „Zuerst lehnen wir uns entspannt zurück und hören zu, um mehr über dich und dein Vorhaben zu erfahren. Dann lehnen wir uns interessiert vor und fragen nach: zum „Was und Wie“, vor allem aber zum „Warum“ und „Wozu“. Denn wer auf die beiden letzten Fragen sinnvolle und sinnstiftende Antworten gibt, verschafft sich und seinem Unternehmen den entscheidenden Vorteil gegenüber Mitbewerbern. Dann krempeln wir die Ärmel hoch: Gemeinsam mit Dir entwickeln wir deine Entrepreneur-Persönlichkeit weiter und feilen an deiner Idee. Wir vernetzten Dich mit relevanten Spezialisten aus unterschiedlichen Fachbereichen der Hochschule Hannover und initiieren Kontakte zu anderen Gründern, etablierten Unternehmern, hilfreichen Impulsgebern und potenziellen Förderern.“

Dabei hat es sich Nexster zur Aufgabe gemacht, Gründungswillige zu echten Entrepreneuren zu entwickeln. „Darunter verstehen wir Personen, die sich durch einen hohen und umfassenden Qualitätsanspruch auszeichnen. Sie verfügen sowohl über das notwendige Handwerkszeug als auch mentale und intellektuelle Fähigkeiten, um ihre Gründung zu einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen“, beschreibt Fynn Wolken, Entrepreneurship-Coach bei Nexster den kreativen Prozess. Mehr dazu gibt es auf Instagram unter Mit.System.Gründen.

Auf das Venture Lab an der Hochschule Hannover mit seinen bis zu zehn studentischen Teams sind inzwischen arrivierte Unternehmen wie VGH, Forvia, die Deutsche Messe AG, Bosch und Miele aufmerksam geworden. Ein studentisches Team umfasst im Gründungs-Inkubator vier bis sechs Mitglieder und einen Partner von Unternehmensseite. Man lässt sich rund drei Monate Zeit für die Entwicklung eines gemeinsamen Gründungsvorhabens. „Wir haben zwei Projekte in der Umsetzung“, freut sich Prof. Lehmann. Worum es genau geht, darf er noch nicht sagen. Wohl aber, dass Nexster alle Gründungsprojekte orchestriert und leitet. „Durch den Verkauf eines Startups können wir die nächste Idee finanzieren. 20 Prozent davon bekommen wir“, beschreibt Lehmann den Reigen vor seinem geistigen Auge. Wie gesagt, man ist noch am Anfang.

Prof. Dr. Uwe Groth, Vorsitzender des VDI Landesverbands Niedersachsen, war von Anfang an vom Nexster-Konzept überzeugt. Er stellte daher den Kontakt zu Forvia her und konnte dort auch Sascha Heiden, Leiter der Innovationsabteilung, von Nexster und seinem Venture Lab überzeugen. Forvia ist Mitglied im VDI-Kuratorium, wo das Thema Innovation im Mittelpunkt steht. „Wir müssen stärker mit Industrie, Schulen und Wissenschaft kreativ zusammenarbeiten, um die Welt von morgen und damit unsere Zukunft gestalten zu können“, ist Groth überzeugt. Natürlich ist er auch vom Fach, hat er doch eine Professur für Entrepreneurship an der Leibniz Fachhochschule Hannover.

„Für das Venture Lab suchen wir noch Unternehmen. Alle die eine Fragestellung von existenzieller Bedeutung haben, die nicht über einen Werkvertrag vergeben werden kann, sind uns herzlich willkommen. Was sie bei uns auch finden, sind potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und innovative Ideen und Produkte, die wir für sie entwickeln“, betont Professor Lehmann. Als Beispiel nennt er den Sitzehersteller Faurecia, der 2021 von Stadthagen nach Hannover umzog und dabei seinen Namen nach der Fusion mit dem Lichtspezialisten Hella in Forvia änderte. „Die kamen im Oktober 2020 zu uns, weil sie als Marke erkennbar sein wollten. Jeder Hintern spürt uns, aber kein Auge sieht uns. Nur der Einkäufer von VW wusste wirklich, wie gut Faurecia ist“, berichtet Lehmann.

Man analysierte gemeinsam die Bandbreite der Produkte von der Skitasche im Kofferraum bis zur Massagematte und dem Rucksack – und setzte das werkseigene Logo drauf. „Das können wir – und darauf sind wir stolz“, fanden die Faurecianer gemeinsam mit Nexster heraus. Daraus entstand die Idee eines Forvia-Clubs mit echten Mitgliedern. So wurde aus Minderwertigkeitskomplexen echter Stolz – und damit eine Success-Story.

ingenieurregion.de – neues Branchenportal will
auch für das Studium von Technikfächern begeistern

Sie machen sich stark für ingenieurregion.de (v. l.): Josef Thomas, Vorstandsmitglied VDI Bezirksverein Braunschweig, Svenja Fabisiak, Master of Engineering, Ashraf Jedidi, Werkstudent bei riera Elektrotechnik, Mathias Otto, Geschäftsführer riera Elektrotechnik, Prof. Dr. Uwe Groth, Vorsitzender VDI Landesverband

ingenieurregion.de – neues Branchenportal will auch für das Studium von Technikfächern begeistern

Presseerklärung VDI Landesverband Niedersachsen vom 10.10.2022

Sie machen sich stark für ingenieurregion.de (v. l.): Josef Thomas, Vorstandsmitglied VDI Bezirksverein Braunschweig, Svenja Fabisiak, Master of Engineering, Ashraf Jedidi, Werkstudent bei riera Elektrotechnik, Mathias Otto, Geschäftsführer riera Elektrotechnik, Prof. Dr. Uwe Groth, Vorsitzender VDI Landesverband
Sie machen sich stark für ingenieurregion.de

Hannover. Technikfächer für Kinder attraktiv machen, Schulabgänger für ein ingenieurwissenschaftliches Studium gewinnen und Absolventen im Umfeld halten:
Das sind zentrale Anliegen der neuen Website ingenieurregion.de des VDI Landesverbands Niedersachsen. Die Plattform will mit ihren Inhalten Schüler und Schülerinnen, Studierende und junge Fachkräfte erreichen und so für Unternehmen ein starker Partner sein. Denn vom Automobilzulieferer in Wolfsburg über den Maschinen- und Anlagenbauer in Celle bis zum Ingenieurbüro in Hildesheim gibt es hier jede Menge attraktive Arbeitgeber.

„Unsere Partner sind Unternehmen, die dieselben Ziele haben wie wir – nämlich Fachkräfte für die Ingenieurregion zu begeistern. Gemeinsam bieten wir jungen Menschen attraktive Zukunftsperspektiven. Denn bei uns in Wilhelmshaven, Osnabrück, Braunschweig und Hannover lässt es sich nicht nur gut arbeiten, sondern auch hervorragend leben“, sagt Prof. Dr. Uwe Groth, VDI Landesvorsitzender Niedersachsen.

Mit seiner Website ingenieurregion.de wollen der VDI Landesverband Niedersachsen und seine Bezirksvereine aber auch dem Fachkräftemangel Paroli bieten und Unternehmen unterstützen. Die Website soll über die Rubriken „Ingenieur werden“ und „Ingenieur sein“ die Lust auf Ingenieurberufe befeuern. Unternehmen können sich hier kostenfrei von den beiden Tageszeitungsredakteuren Stefan Boysen aus Braunschweig und Harald Langguth aus Hannover porträtieren lassen. Einfach eine Mail an info@ingenieurregion.de schicken.
Firmen wie enercity, Salzgitter AG, die Fagus Werke in Alsfeld – aber auch Mittelständler wie die Energieingenieure und riera elektrotechnik aus Hannover sind bereits auf ingenieurregion.de: Wenn sie Bahnbrechendes geschafft haben, in der Rubrik „Eine Weltidee“. Wenn sie Bewerberinnen und Bewerbern verraten, worauf es bei ihnen im Bewerbungsgespräch ankommt, in der Rubrik „Skill Thrill“.
Als Ratgeberfunktion hat der VDI das Guru-Format entwickelt. Hier zeigen Expertinnen und Experten, wie sie Start-ups unterstützen, als Mentor Firmen begleiten oder Erstsemestern Ängste vor schweren Studiengängen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik nehmen.

Der Tunesier Ashraf Jedidi studiert im 6. Semester Elektrotechnik an der Hochschule Hannover. Er hat über ingenieurregion.de seinen Traumarbeitgeber riera elektrotechnik als Werksstudent gefunden. „Ich bin von der Idee dieser Website sehr angetan“, sagt Mathias Otto, Geschäftsführer von riera Elektrotechnik. Das Photovoltaikunternehmen aus Hannover konnte durch seine Präsenz auf ingenieurregion.de nicht nur Ashraf Jedidi als Werkstudenten gewinnen – sondern auch mehrere Neukunden im privaten und gewerblichen Bereich.

Master of Engineering Absolventin Svenja Fabisiak macht als Guru Erstsemestern Appetit auf das Fach Maschinenbau an der Leibniz Universität wie beispielsweise Studieninteressent Samuel Frank. Interessant: Beide sind durch ihr Engagement beim VDI Jugendprojekt JeT-Challenge von Ideengeber Uwe Groth darauf gekommen, Maschinenbau zu studieren. Bei JeT – Jugend entdeckt Technik – geht es darum Elektrofahrzeuge im Maßstab 1:10 energieeffizient umzubauen. Nebenbei lernen die Schülerteams auch ganz viel über Marketing und Projektmanagement. Das Projekt geht niedersachsenweit in seine 14. Saison. An der KGS Hemmingen ist Jet Challenge bereits zum vierten Mal ein benoteter Wahlpflichtkurs für die Jahrgangsstufe 11 mit Techniklehrer Uwe Reinbeck und seinen 40 Schülerinnen und Schüler. Sie lernen durch effektives Zeitmanagement und gute Teamarbeit ein konkurrenzfähiges Modellauto in die spannenden Ausscheidungsrennen mit anderen Gruppen landesweit zu schicken.

Für viele ehemalige „JeTies“ war die Teilnahme der Start in eine technische Ausbildung oder in technische Studiengänge. Dazu gehören die Schülerin Ha My und der Schüler Lukas von der KGS Hemmingen. Viele haben ihr Studium inzwischen erfolgreich absolviert, andere studieren noch und unterstützen die Arbeit des JeT-Organisationsteams. Dazu gehört auch Dennis Nowak aus Hildesheim. Der 24-jährige studiert an der Hochschule Hannover Elektrotechnik und will Ingenieur werden. Gestartet war Dennis 2015 mit der JeT-Challenge – damals noch als Schüler der Realschule Himmelsthür. „JeT-Challenge hat bei mir eine richtige Begeisterung für Technik ausgelöst“, sagte er Anfang Oktober bei der JeT-Challenge Auftaktveranstaltung in der KGS Hemmingen.

Allen hat die innerhalb des Projektes vermittelte praktische Berufsorientierung einen hohen Nutzen gebracht. Tenor: Wer bei JeT mitmacht, lernt bei Besuchen und Praktika ganz nebenbei Technik-Firmen kennen. Leichter kann Berufsorientierung nicht sein.

Zur Historie von ingenieurregion.de:

Ideengeber für die Ingenieurregion ist der VDI Braunschweiger Bezirksverein e.V., den anfangs im Jahr 2015 drei wesentliche Fragen leiteten: Wie können wir Kinder und Jugendliche für Technik begeistern? Mit welchen Mitteln gewinnen wir junge Menschen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium? Und wie schaffen wir es in Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen, dass junge Ingenieure nach Abschluss ihres Studiums in Niedersachsen bleiben oder hierherkommen? Schnell fand der VDI Braunschweig Mitstreiter, um Niedersachsen als Karrieresprungbrett für Ingenieurinnen und Ingenieure attraktiv zu machen: zuerst die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel, dann den VDI-Bezirksverein Hannover und die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Sie förderte den Aufbau von ingenieurregion.de unter Federführung der Ostfalia drei Jahre lang.

Nach Förderungsende und der Übergabe des Staffelstabs von der Ostfalia an den VDI sind nun auch die beiden Bezirksvereine Ostfriesland und Osnabrück-Emsland zur Ingenieurregion dazugestoßen. Koordiniert vom VDI Landesverband Niedersachsen ist aus ingenieurregion.de ein landesweites Projekt geworden. „Fachkräftemangel ist ein Thema, das ganz Niedersachsen betrifft – je mehr wir alle an einem Strang ziehen, desto besser“, sagt Josef Thomas, Vorstandsmitglied des VDI Braunschweig.

Seitdem der VDI Landesverband Niedersachsen die Website ingenieurregion.de hostet, haben sich die Zugriffszahlen deutlich erhöht. „Man kann sagen, dass sich seitdem die Anzahl der User um 50 Prozent erhöht hat – und die Anzahl der Seitenaufrufe verdreifacht“, berichtet Webmaster Markus Thiele.