Scinect bringt viele Akteure zusammen
Wissenschaftskommunikatorin Emilia Miller (42) aus Hannover berät seit zehn Jahren wissenschaftliche Organisationen für Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftstransfer. Durch die Kontakte zu Ministerien auf Landes- und Bundesebene und einer Vielzahl von wirtschaftlichen Unternehmen und wissenschaftlichen Organisationen hat sie erfahren: „Wir hören wie ein Mantra, dass es in Deutschland mehr und schnelleren Wissenschaftstransfer braucht.“
2023 berät sie Maschinenbau-Doktorandin Ilyada Kök und das siebenköpfige in Deutschland verteilte Forschungsteam bei ihrem Forschungsprojekt, als klar wird: Die Projektergebnisse müssen an den Markt! Doch niemand aus dem Projekt hat daran Interesse. Miller bringt die junge Promovierende mit Investoren und Beratungsstellen für Fördermittel zusammen und da kommt ihr der Geistesblitz: „Wenn diese Kontaktvermittlung analog funktioniert, muss es doch auch digital gehen. Dazu müsste es eine App geben, die Experten und Expertinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenbringt.“ Die Idee für Scinect ist geboren.
Im Januar dieses Jahres startete die Betaphase. Bis April wird die App um eine ausgeklügelte KI zum Matching erweitert werden und ihre Feuertaufe auf der Hannover Messe vom 20. bis 24. April und der dortigen Frauenmesse Femworx feiern. Symbol von Scinect sind zwei ineinander verzahnte Büroklammern.
Hauptzielgruppe der neuen App sind Promovierende und Post-Docs aus der Wissenschaft, sowie Experten und Expertinnen aus dem Management und der Politik. „Ich möchte Wissenschaft populär machen. Wissenschaftler brennen für ihre Themen – ob Medizinforschung, Informatik oder Energie – ganz gleich aus welchem Bereich sie kommen. Mit der App möchten wir die Bemühungen der zahlreichen Wissenschaftstransfer-Aktivitäten unterstützen“, sagt Miller. Sie selbst vermarktet sich unter dem Claim „Emilia.loves. science“. „Das ist nicht nur ein Spruch! Ich brenne nicht nur für die Themen, sondern auch für die Wissenschaft als Haltung.“
Interesse an der App ist auch von ResearchGate in den USA zu vernehmen, mit der die junge Unternehmerin gerade an einer Kooperation arbeitet.
Aktuell wird die App von knapp 300 Testpersonen verwendet und das Feedback umfassend ausgewertet. Die direkte Verbindung von Experten, Forschenden und Entscheidungsträgern soll allen Beteiligten vor allem Zeit sparen. Sie kommen schnell und direkt miteinander in Kontakt und vermeiden so langwierige Netzwerkveranstaltungen oder Social Media-Aktivitäten.
App ist 2026 noch komplett kostenfrei
„Meine Plattform richtet sich an Akteure, die hochwertige Verbindungen für Kooperationen suchen“, betont Emilia Miller. Weil diese Konnektivität sehr schnell über die Bühne geht, spricht sie scherzhaft von der App als einer idealen Kombination aus Tinder und LinkedIn.
Im ersten Jahr ist die App komplett kostenfrei. Ab 2027 sollen weitere kostenpflichtige Funktionen hinzukommen. „Bei der App werden Experten und Expertinnen nicht nur gematcht. Unser Highlight werden auch spezielle Connectivity Features“, erklärt die Expertin das Konzept dahinter und macht neugierig auf mehr. „Im Gegensatz zu anderen Plattformen erlaubt Scinect ein direktes Matching der User. Und die Reichweite der Benutzerinnen und Benutzer ist auch nicht von einem Algorithmus abhängig“, erklärt Miller. Hinter der App steht ein erfahrenes Gründerteam. Gemeinsam mit Helene Spenst und Tom Zaubermann wurde das Unternehmen im Januar 2026 offiziell gegründet.
Mehr Schätze aus der Forschung heben
Vor allem möchte die Wissenschaftskommunikatorin mit Hilfe ihrer neuen App ein Grundproblem der Wissenschaft lösen: „Der lange Prozess von Grundlagenforschung bis zur Marktreife dauert oft zehn Jahre, und nur ein Bruchteil der Forschungsergebnisse findet Anklang. Wir müssen durch den Trialog von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in kürzerer Zeit mehr Schätze aus der Forschung heben.“
Mit ihrer App will Miller diesen Prozess rapide verkürzen. „Es geht darum, den Blick für den anderen zu gewinnen, seine Denkweise zu verstehen und gemeinsam Probleme zu lösen. Dafür bringt Scinect Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch“, sagt Miller. Eine Community-Roadshow durch Deutschland, Österreich und die Schweiz soll die App noch in diesem Jahr auch über Landesgrenzen populär machen.
Autor: Emilia Miller/Red.





