JeT-Challenge
Geht es auch mit Wasserstoff?
Die „Macher“ von JeT Challenge wollen den Wettbewerb weiterentwickeln und denken über alternative Antriebs- und Speichertechnologien nach.
Bernhard Mehl
JeT-Challenge ist ein Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler in der Sekundärstufe II. VDI-Bezirksverein Hannover und Hochschule Hannover laden jährlich seit über 14 Jahren ca. 20 Schulteams aus ganz Niedersachsen ein, ein ferngesteuertes Modellauto im Maßstab 1:10 auf hohe Energie-Effizienz zu optimieren. Anfangs mussten die Teams noch Modellautos mit Verbrennungsmotor auf E-Antrieb umrüsten. Heute geht es darum, vierrädrige Modelle mit E-Antrieb auf ein Dreirad umzubauen. Die benötigten Komponenten sind preiswert und in großer Vielfalt am Modellbaumarkt zu haben.
Es kommen überwiegend Lithium-Polymer-Akkus und bürstenlose Elektro-Gleichstrom-Motoren zur Anwendung. Dies entspricht der Mobilitätslösung bei aktuellen E-Autos.
Die „Macher“ von JeT-Challenge wollen den Wettbewerb weiterentwickeln und denken über alternative Antriebs- und Speichertechnologien nach, die von den Schülerteams „gemeistert“ werden können, z.B. Einsatz einer Brennstoffzelle. Experimentell werden in vielen Schulen heute schon kleine „Wasserstoffautos“ gebaut, die erste Erfahrungen über die Brennstoffzelle vermitteln. Leistungsmäßig sind diese Fahrzeuge von den Anforderungen der o.a. JeT-Challenge-Autos weit entfernt. Die hierfür benötigten Komponenten Brennstoffzelle und Wasserstofftank (im kleinen Maßstab) sind selten und teuer.
Nun hat das JeT-Team junge und kompetente Partner gefunden, die im Rahmen ihrer Ausbildung an der BBS Burgdorf zum Techniker, Fachrichtung Kfz ein Abschlussprojekt durchführen und ein JeT-Challenge-Auto mit einer Brennstoffzelle ausrüsten. Die Regularien des JeT-Challenge-Wettbewerbs und ein Kostenlimit sind dabei zu beachteten. Außer Konkurrenz soll das Fahrzeug beim JeT-Challenge-Finale auf der IdeenExpo 2026 in Hannover mitfahren. Das JeT-Team ist auf die dort gezeigten Leistungen schon sehr gespannt. Das Modellauto wird bestimmt auch bei den Zuschauern auf großes Interesse stoßen.
Der VDI-Bezirksverein Hannover unterstützt das junge Team auch finanziell. Erste Bauteile sind schon beschafft! Eine geeignete Brennstoffzelle musste im Ausland eingekauft werden!
Die Aufgabe
Das Projekt entwickelt ein JeT‑Challenge Modellauto, das erstmals mit einer Brennstoffzelle anstelle eines klassischen Elektroantriebs betrieben wird.
Ein Team angehender Kfz‑Techniker rüstet ein bestehendes JeT‑Challenge‑Fahrzeug so um, dass es den Wettbewerbsregeln entspricht. Das Ergebnis wird 2026 auf der IdeenExpo präsentiert.
Wesentliche Punkte:
- Umbau eines JeT‑Challenge‑Autos auf Brennstoffzellen‑Antrieb
- Einhaltung der Wettbewerbsregularien
- Zielsetzung: Energieeffizientes, funktionsfähiges Modellauto im Maßstab 1:10
- Präsentation außer Konkurrenz beim JeT‑Challenge‑Finale auf der IdeenExpo 2026
Das Team Wasserstoff der BBS Burgdorf
Fabian Beisler

Mein Leben lang begeistert mich Technik. Schon als Kind faszinierte mich die Modelleisenbahn meines Vaters, später gab mir mein erstes Moped neue Freiheit. Die Arbeit mit Maschinen auf dem Bauernhof meines Onkels führte mich schließlich zur Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik.
Heute erweitere ich meine Qualifikation an der Fachschule für Fahrzeugtechnik. Technik möchte ich nicht nur anwenden, sondern aktiv weiterentwickeln und innovative Lösungen für reale Probleme finden.
Die Teilnahme an der Jet‑Challenge bietet mir die Chance, ein noch seltenes Antriebskonzept praktisch zu erproben. Mit einer Brennstoffzelle zu arbeiten, die ein Fahrzeug antreibt, ermöglicht wertvolle Erfahrungen. Während Wasserstoff im Pkw‑Bereich wohl eine Nische bleibt, kann die Brennstoffzelle im Nutzfahrzeugsektor eine sinnvolle Alternative für nachhaltigen Transport sein.
Technik begleitet mich seit jeher – jetzt möchte ich gemeinsam mit dem VDI ihren Weg in die Zukunft mitgestalten.
Jörn Hauke
Nach der 12. Klasse, mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife habe ich die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik bei der Abfallwirtschaft Region Hannover begonnen. Es sollte kein langweiliger Bürojob werden, sondern etwas wo man anpacken muss und auch mal schmutzig wird. Da ist die Wartung und Reparatur von Abfallsammelfahrzeugen genau das Richtige, um aus dem Schulalltag zu entfliehen. Jedoch hielt die Begeisterung dafür nur etwa 5 Jahre. Nicht weil etwa die Motivation fehlte, sondern weil das Interesse, sich weiterzubilden und die Technikerschule der BBS Burgdorf zu Besuchen größer war.
Im Großen und Ganzen möchte ich mich persönlich und fachlich entwickeln, um die Karriere spannend und abwechslungsreich zu Gestalten. Ähnlich spannend und abwechslungsreich ist für mich der Umgang mit Wasserstoff im Kraftfahrzeugbereich. Eine Technologie, die im Vergleich zu der Geschichte des Verbrennungsmotors noch in den Kinderschuhen steht und möglicherweise eine echte Alternative werden kann.
Die Jet-Challenge bietet jungen Menschen eine tolle Gelegenheit sich mit Fahrzeugtechnik zu befassen und ich freue mich ein Teil davon zu sein.

Luis Jableka

Mein Name ist Luis Jableka und befinde mich derzeit auf dem Weg, meine Leidenschaft für die Fahrzeugtechnik auf die nächste Ebene zu bringen.
Mein beruflicher Werdegang begann mit der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. In meiner anschließenden zweijährigen Tätigkeit in einem Mazda Autohaus, spezialisierte ich mich auf die Fehlerdiagnose sowie das Gewährleistungsmanagement. Letzteres habe ich ein Jahr lang eigenverantwortlich geleitet. Das hat meine Kompetenz in der technischen Bewertung und Prozessverwaltung geschärft. Seit August 2024 vertiefe ich mein Fachwissen an der Fachschule Fahrzeugtechnik.
Dieser Wettbewerb bietet für mich die optimale Schnittstelle zwischen Konstruktion, technischen Know-How und praktischer Anwendung. Ich sehe das als die ideale Gelegenheit meine Fähigkeiten als angehender staatlich geprüfter Techniker anzuwenden und zu verbessern.
Indem wir Kompetenzen bündeln, optimieren wir den Workflow und die Qualität unseres Projekts. Diesen Grundsatz lebe ich in der Teamarbeit, um am Ende ein überzeugendes Produkt zu realisieren.
Stefan Johannes Wottge
Meine Begeisterung für Technik begann früh: Eine Fahrt auf einer Dampflok prägte mich so sehr, dass ich fortan Lego‑Technik‑Modelle baute und erste mechanische Zusammenhänge verstand. Später zerlegte ich mit meinen Brüdern alte Volkswagen und entdeckte dabei meine Faszination für Antriebs- und Fahrzeugtechnik.
2018 entschied ich mich für die Ausbildung zum Kfz‑Mechatroniker bei Volkswagen Nutzfahrzeuge. In der Qualitätssicherung konnte ich meine Liebe zum Detail und meine emotionale Verbindung zum Automobil ausleben – für mich weit mehr als ein Fortbewegungsmittel.
Getrieben von Wissensdurst begann ich die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Besonders freue ich mich, den VDI als Partner für unser Abschlussprojekt gewonnen zu haben. Ein RC‑Modellauto mit einer Brennstoffzelle auszurüsten ist eine seltene Chance, diese Technologie praktisch zu erleben und ihr Potenzial für zukünftige Mobilitätslösungen zu zeigen.
Gemeinsam mit meinem Team möchte ich beweisen, dass engagierte junge Menschen mit starken Partnern echte technische Lösungen entwickeln können – und damit dazu beitragen, dass Deutschland ein aktiver Motor der Industrie bleibt.

Grußwort von Prof. Dr. Uwe Groth
JeT fördert insbesondere das Interesse an Technik und Naturwissenschaften von Kindern und Jugendlichen. Als der Gründer von JeT , freue ich mich besonders über den großen Erfolg des Wettbewerbs „JeT-Challenge-Cup“ als Teilinitiative von JeT.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Schulen in Niedersachsen, ist es uns gelungen ein Team an der BBS Burgdorf zu finden, das sich- im Rahmen der Mobilität der Zukunft – intensiv mit der Entwicklung eines Wasserstoff – Autos mit Brennstoffzelle auseinander setzt.
Für die Zusammenarbeit mit Fabian, Stefan, Jörn und Luis und dem JeT – Team wünsche ich alles Gute und viel Erfolg
