Guru-Talk #3:

Wenn der Schubladen-Wächter piepend Alarm schlägt

Nick und Lina kommen aus Braunschweig. Er ist neun Jahre alt, geht zur Grundschule und spielt im Verein Fußball. Sie ist schon zehn, besucht seit neuestem das Gymnasium und singt im Chor. Und die große bunte Welt der Technik? Hier kennen sich die beiden nicht so gut aus. Zumindest noch nicht, denn jetzt fragen sie jemanden, der in dieser Welt zu Hause ist: Alexander Onkes, der an der TU Braunschweig Elektrotechnik im Master studiert und zu den Gurus von ingenieurregion.de zählt. Los geht’s mit dem großen Kinder-Guru-Interview.

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Alexander Onkes mit Lina und Nick
Warum sollten wir uns mit Technik beschäftigen? Nick und Lina fragten, Alexander Onkes hatte die Antworten.

Alexander: Bereits zu Kindergartenzeiten hat mich Technik begeistert. Gemeinsam mit meinem Opa, der Physiklehrer war, habe ich einfache Schaltungen gebaut – mit vielen Schaltern zum Drücken und Lämpchen, die bunt leuchteten. Als ich dann zur Grundschule ging, hat mich mein Opa in seine Schule mitgenommen und mir dort die Physiksammlung gezeigt, zum Beispiel das Teleskop. Das hat mir viel Spaß gemacht.

Alexander: Im Unterricht sehr wenig. Erst spät, in der zehnten Klasse in Physik, kamen elektrische Schaltungen dran – doch das war sehr einfach für mich, zu der Zeit interessierten mich schon ganz andere Dinge. In meinem Gymnasium im Schloss in Wolfenbüttel gab es eine Jugend-forscht-AG, in der ich mich mit Technik beschäftigen konnte.

Alexander: Früher habe ich gerne mit Lego gespielt. Als ich in der vierten Klasse war, habe ich die Legosteine ausgebohrt und darin elektrische Bausteine wie Widerstand und Kondensator verbaut. Auf meiner Legoplatte habe ich die Steine miteinander verbunden. So habe ich viele verschiedene Schaltungen gebaut, zum Beispiel einen Schubladen-Wächter mit einem geheimen Knopf. Wenn jemand meine Schublade aufmachte, ohne diesen Knopf zu drücken, gab der Wächter Alarm. Er hat dann laut gepiept.

Alexander: Weil ich mit dem Lego-Projekt beim Regionalwettbewerb auf den ersten Platz kam, durfte ich auch zum Landesentscheid, wo ich einen Sonderpreis gewinnen konnte. Sehr gut lief auch mein allerletztes Jugend-forscht-Projekt vor fünf Jahren, als ich mich wiederum für den Landeswettbewerb qualifizierte und als Preis ein Praktikum bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt machen durfte. In der Uhrenhalle, wo die Atomuhren stehen, konnte ich den Forschern vier Wochen über die Schultern schauen.

Alexander: Ja, genau. Das Schöne am Studieren ist, dass man nur mit den Lieblingsschulfächern zu tun hat – in meinem Fall sind das Mathe und Physik. Mein Studiengang trägt den Namen Elektrotechnik. Zu Anfang des Studiums beschäftigt man sich mit den Grundlagen, wie elektrischer Strom fließt oder Schaltungen funktionieren. Jetzt interessiere ich mich sehr für das Internet und die Computer – denn auch da stecken elektrische Signale drin.

Alexander: Das ist eine wirklich gute Frage. Darüber mache ich mir gerade viele Gedanken, weil ich voraussichtlich in einem Jahr mit meinem Studium fertig sein werde. Ich würde gerne neue technische Möglichkeiten erforschen und so lange an ihnen herumtüfteln, bis sie funktionieren. Dann könnten diese Technologien eingesetzt werden – zum Beispiel in einem Auto eine neue Steuerung oder ein Computersystem.

Alexander: Dann gehe ich raus, denn ich bin im Naturschutzbund aktiv. Gerade habe ich mich um einen Teich gekümmert und ganz viel Schilf herausgerissen, damit er nicht verlandet und es ihn irgendwann nicht mehr gibt.

Alexander: Wenn wir den Computer benutzen, mit dem Bus fahren oder jemanden anrufen: Alles, was um uns herum passiert, hat mit Technik zu tun. Zu verstehen, wie alles miteinander zusammenhängt und wie wichtig Technik für unser Leben ist, ist sehr spannend. Der einfachste Weg, damit anzufangen, ist eine Arbeitsgemeinschaft in der Schule wie die Jugend-forscht-AG – da lernt ihr zum Beispiel Werkzeuge und das Löten kennen. Beantwortet das eure Fragen?

Alexander Onkes 4 Jahre alt
Früh übt sich: Der Viertklässler Alexander Onkes präsentiert seinen Elektronikbaukasten aus Legosteinen – mit großem Erfolg.

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