enactus Hannover schiebt zwei Projekte an
Enactus ist eine 1975 gegründete internationale und gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in Springfield, Missouri. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein internationales Netzwerk für die praktische Betreuung von Projekten studentischer Gruppen zu schaffen, um dem Gemeinwohl dienende wirtschaftliche Perspektiven für Dritte zu schaffen. Ziel ist es, Studierende für die Marktwirtschaft zu begeistern. 2021 sind 1.700 Teams in 37 Ländern aktiv – mit rund 75.000 Studierenden, darunter auch in Hannover.
Projekte bei enactus – das Wort setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben des unternehmerischen Geistes – entrepreneurial, dem Gestaltungswillen – action, sowie der Gemeinsamkeit im Handeln und in den Werten – us.
In jährlichen Wettbewerben auf nationaler und internationaler Ebene präsentieren die studentischen Teams ihre Projekte vor Juroren aus der Wirtschaft. Seit 2001 kann jede Nation mit einer Landesvertretung einen nationalen Wettbewerb veranstalten, dessen Siegerteam sein Land beim World Cup vertritt. Projekte gliedern sich in vier Aspekte: Problematik, Ziel, Konzept, Aktueller Projektstand. An der Leibniz Universität Hannover werden gerade zwei Projekte aktiv betreut – Trebo und Pimped Tyres.
Trebo, gegründet 2024 in Hannover
Ludwig Scheffler von enactus Hannover hat die Leitung für das Projekt Trebo. Ihm obliegt auch die Leitung für das Ressort Innovation.
Problematik: In der Bierproduktion entsteht als Nebenprodukt der sogenannte Treber, der reich an Nährstoffen ist, jedoch oft ungenutzt bleibt. Pro Liter Bier fallen etwa 200 Gramm Treber an, was in Deutschland einer durchschnittlichen Menge von 17,6 kg pro Person und Jahr entspricht. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung und die Notwendigkeit, Nebenprodukte effizienter zu nutzen.
Daraus ergibt sich ein klarer Bedarf, Ressourcen wie Treber sinnvoll und nachhaltig in der Lebensmittelproduktion einzusetzen, um sowohl die Umwelt zu entlasten als auch innovative und gesunde Snacks zu entwickeln.
Ziel: Das Projekt zielt darauf ab, Treber in kulinarisch ansprechender Form anzubieten, um dessen Verschwendung zu verhindern und gleichzeitig das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung zu stärken.
Konzept: Es sieht vor, Treber von lokalen Brauereien wie Gilde, Herrenhäuser und Einbecker zu beziehen, diesen aufzubereiten und in Produkten von Trebo weiterzuverarbeiten, die anschließend über Verkaufsstellen vertrieben werden. Der Fokus liegt zunächst auf einer Vertriebsstrategie, die die Vermarktung über Mensen an Universitäten anstrebt.
Projektstand: Entwickelt wird derzeit das erste treberbasierte Produkt, die Trebo Bites – mundgerechte Happen, die den Geschmack und die positiven Eigenschaften von Treber, Nüssen und Trockenfrüchten vereinen.
Die Rezeptur wird kontinuierlich verfeinert und in Verkostungen von potenziellen Kunden getestet. „Die ersten Rückmeldungen sind äußerst positiv, was uns motiviert, noch in diesem Jahr mit den ersten Testverkäufen zu starten. Zudem haben wir bereits vielversprechende Partnerschaften mit Brauereien und Zulieferern etabliert, um den benötigten Treber zu beziehen”, sagt Scheffler. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, eine Serienproduktion aufzuziehen.
Eine Idee ist es auch, Fleischersatz aus Trebo unter dem Arbeitstitel „Brew bite” herzustellen. Das Problem – Trebo ist noch nicht als Lebensmittel zugelassen. Parallel dazu arbeitet das Team an Marketing- und Vertriebsstrategien, um zunächst die Trebo Bites erfolgreich im Markt zu positionieren und das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung zu fördern.
Ludwig Scheffler von enactus Hannover hat die Leitung für das Projekt Trebo. Ihm obliegt auch die Leitung für das Ressort Innovation.
Problematik: In der Bierproduktion entsteht als Nebenprodukt der sogenannte Treber, der reich an Nährstoffen ist, jedoch oft ungenutzt bleibt. Pro Liter Bier fallen etwa 200 Gramm Treber an, was in Deutschland einer durchschnittlichen Menge von 17,6 kg pro Person und Jahr entspricht. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung und die Not-wendigkeit, Nebenprodukte effizienter zu nutzen.
Daraus ergibt sich ein klarer Bedarf, Ressourcen wie Treber sinnvoll und nachhaltig in der Lebensmittelproduktion einzusetzen, um sowohl die Umwelt zu entlasten als auch innovative und gesunde Snacks zu entwickeln.
Ziel: Das Projekt zielt darauf ab, Treber in kulinarisch ansprechender Form anzubieten, um dessen Verschwendung zu verhindern und gleichzeitig das Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung zu stärken.
Konzept: Es sieht vor, Treber von lokalen Brauereien wie Gilde, Herrenhäuser und Einbecker zu beziehen, diesen aufzubereiten und in Produkten von Trebo weiterzuverarbeiten, die anschließend über Verkaufsstellen vertrieben werden. Der Fokus liegt zunächst auf einer Vertriebsstrategie, die die Vermarktung über Mensen an Universitäten anstrebt.
Projektstand: Entwickelt wird derzeit das erste treberbasierte Produkt, die Trebo Bites – mundgerechte Happen, die den Geschmack und die positiven Eigenschaften von Treber, Nüssen und Trockenfrüchten vereinen.
Die Rezeptur wird kontinuierlich verfeinert und in Verkostungen von potenziellen Kunden getestet. „Die ersten Rückmeldungen sind äußerst positiv, was uns motiviert, noch in diesem Jahr mit den ersten Testverkäufen zu starten. Zudem haben wir bereits vielversprechende Partnerschaften mit Brauereien und Zulieferern etabliert, um den benötigten Treber zu beziehen”, sagt Scheffler. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, eine Serienproduktion aufzuziehen.
Eine Idee ist es auch, Fleischersatz aus Trebo unter dem Arbeitstitel „Brew bite” herzustellen. Das Problem – Trebo ist noch nicht als Lebensmittel zugelassen. Parallel dazu arbeitet das Team an Marketing- und Vertriebsstrategien, um zunächst die Trebo Bites erfolgreich im Markt zu positionieren und das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung zu fördern.
Pimped Tyres, gegründet 2024 in Hannover
Erik Erdle von enactus Hannover hat die Leitung fürs Projekt Pimped Tyres.
Problematik: Alleine in Deutschland fallen jährlich etwa 700.000 Tonnen an Altreifen an, von denen ein großer Teil weder wieder verwertet, noch fachgerecht entsorgt wird, da sowohl Entsorgung als auch Recycling von Altreifen aufwändige und somit teure Prozesse sind. Dies führt oft zu illegaler Entsorgung, die zur Vermüllung der Natur beiträgt oder zur Verbrennung von Altreifen als Sekundärbrennstoff in Zementwerken, wobei Giftstoffe und Treibhausgase entstehen.
Ziel: Ziel ist es, ausgediente Reifen in hochwertige, langlebige Möbelstücke zu verwandeln und damit einen Beitrag zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft zu leisten.
Konzept: Das Projekt verfolgt die Vision, ausgediente Fahrzeugreifen in hochwertige Möbelstücke zu verwandeln und damit Design, Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung auf innovative Weise zu vereinen. Altreifen bestehen aus langlebigen Materialien, die ideal für die Möbelherstellung sind. Durch kreatives Upcycling entstehen daraus funktionale und stilvolle Produkte für den Innen- und Außenbereich: Hocker, Tische, Regale und mehr.
„Unser Ansatz verbindet ökologisches Denken mit gestalterischem Anspruch. Daraus entsteht ein ganzheitliches Konzept, das ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verknüpft”, sagt Erik Erdle
Das Geschäftsmodell basiert auf einem klaren Prinzip: Kreislauf statt Wegwerfgesellschaft. Die Altreifen werden aus regionalen Quellen bezogen. Der Vertrieb erfolgt zunächst über Stände auf dem Campus und auf Messen, langfristig jedoch über einen Online-Shop von enactus. So werden Ressourcenschonung, Handwerk und Design kombiniert – und gezeigt, wie aus scheinbar nutzlosen Materialien wirtschaftlich tragfähige und umweltfreundliche Produkte entstehen.
Projektstand: Momentan steckt das Team mitten in der Entwicklung der Möbel. „Wir wollen erstmal ein Produkt gut realisieren und deshalb haben wir mit dem Hocker begonnen – also mit einem Reifen als Sitzmöbel. Im Maker Lab in der Nordstadt durften wir die Werkstatt nutzen und haben die ersten Hocker hergestellt. Zunächst waschen wir die Reifen, um den Geruch zu minimieren. Unser Ziel ist es, auf der nächsten Maker Faire in Hannover Präsenz zu zeigen”, berichtet Erdle. Er sucht noch Partner und daher den Kontakt zu Miet- und Eventmöbelfirmen sowie eine Werkstatt für die Serienherstellung. Für die Zertifizierung benötigt das Team auch noch Unterstützung im wissenschaftlichen Bereich.





