Aviators Farm – wo die Fliegerei zu Hause ist
Die Aviators Farm am Flugplatz Hildesheim ist weit mehr als nur ein Ort für Pilotinnen und Piloten: Sie ist ein lebendiges Zentrum der Luftfahrtkultur, der fliegerischen Weiterbildung und der Begegnung. Unter der Leitung von Thomas Schüttoff, einem erfahrenen Fluglehrer, Flugprüfer und Luftfahrtexperten, hat sich die Aviators Farm in den vergangenen Jahren zu einer deutschlandweit bekannten Destination entwickelt. Bereits beim Betreten des Geländes wird die lebendige Geschichte der Luftfahrt deutlich. Eine umfangreiche Fachbibliothek, ein Kinosaal sowie liebevoll eingerichtete Aufenthaltsräume sorgen für eine Atmosphäre, die an die goldenen Zeiten der Fliegerei erinnern.
Der angrenzende Hangar mit historischen Fluggeräten bildet das Herzstück der Anlage. Zwischen historischen Propellern, Cockpits, Fotografien, Uniformen und restaurierten Flugzeugen wird hier Luftfahrtgeschichte lebendig erzählt. Viele Exponate stammen aus privaten Sammlungen und wurden von Schüttoff über Jahre zusammengetragen. Besucher erleben nicht nur Technik, sondern auch die Geschichte der Menschen, die die Luftfahrt geprägt haben.
Thomas Schüttoff ist einer der renommiertesten Fluglehrer Deutschlands. Er blickt zurück auf 15.000 Flugstunden und Erfahrungen mit rund 160 verschiedenen Flugzeugmustern. Geboren wurde er 1964 als Sohn zweier luftfahrtbegeisterter Menschen, die sich am Flugplatz kennengelernt hatten. Der Vater Fluglehrer, die Mutter seine Flugschülerin. „Kein Wochenende verlief bei mir ohne Flugzeuge, Modellbau, Flugmodelle. Dann kam der Segelflug“, erinnert sich Schüttoff.
Mehr als 10.000 Flugstunden als Fluglehrer von der Piper J3 C bis zur modernen Cirrus kann er vorweisen. „Komplexe Flugzeuge im ein- und mehrmotorigen Bereich bilden das Fundament meiner Expertise“, betont der Flugzeugfan. Im Hauptberuf ist Schüttoff Inspektor nach EU-FCL und EU-OPS. Seit 2007 arbeitet der bekennende und passionierte Privatpilot als Flugprüfer.
Das Ausbildungsangebot der Aviators Farm richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Piloten. Schüttoff legt dabei Wert auf realitätsnahe Trainingssituationen und arbeitet kontinuierlich an einer Verbesserung der fliegerischen Fähigkeiten seiner Schüler. Besucher erhalten Einblicke in klassische Flugzeuge, Luftfahrtgeschichte zum Anfassen und außergewöhnliche Sammlerstücke. Wer möchte, wird auf historische Spornradflugzeuge eingewiesen.
Fliegen bedeutet Freiheit
Die Aviators Farm verfolgt ein ganzheitliches Konzept: Während vielerorts die fliegerische Ausbildung im Mittelpunkt steht, versteht sich die Einrichtung als Begegnungsstätte für Menschen, die eine Faszination für die Luftfahrt teilen. „Fliegen bedeutet Freiheit. Gleichzeitig verlangt diese Freiheit Verantwortung, Disziplin und lebenslanges Lernen. Genau dafür steht die Aviators Farm“, sagt Schüttoff.
„Wir haben mit Teilnehmern und Organisatoren des JeT-Callenge-Cups die Aviators Farm besucht“, berichtet Prof. Dr. Uwe Groth, Vorsitzender des VDI Landesverbands Niedersachsen. Dabei wurde mit Thomas Schüttoff auch über eine Zusammenarbeit gesprochen, um einen JeT-Challenge-Cup auf der Aviators Farm am Flughafen Hildesheim durchzuführen. „Die Teilnehmer freuen sich schon sehr auf die inspirierende Atmosphäre dort“, betont Uwe Groth. Er hatte die VDI-Initiative JeT – Jugend entdeckt Technik – einst ins Leben gerufen.
Bestimmt 100 Lieblingsflugzeuge
Hat Thomas Schüttoff Lieblingsflugzeuge? „Ja, ich habe bestimmt einhundert davon. Das Ranking variiert je nach Tageslaune und Mondphase“, bekennt er. Fliegen soll für ihn vor allem Spaß machen.
Feuer fängt er für Flugzeugtypen wie die Piper PA-18, die Tiger Moth, North American T6, WACO, Cessna 172, Cirrus SR 20/22 und die Aquila. „Die Aquila ist besser als jeder Motorsegler und jedes Motorflugzeug. Für mich ist sie schlichtweg das Flugzeug. Die Steuerbarkeit und Abstimmung der Ruder um alle drei Achsen harmoniert so gut wie kaum in einem anderen Flugzeug“, schwärmt der Fluglehrer. Für ihn steht dieser Flugzeugtyp zusammen mit der Klemm 35 aus den 1930er Jahren auf Platz 1 in dieser Kategorie.
Schüttoffs Helden der Lüfte
Wie steht es um seine Helden der Lüfte – gibt es da welche? „Natürlich – die Luftfahrt lebt von ihrer Geschichte und der Gegenwart. Piloten und Pilotinnen haben viel gewagt und viel verloren, um sie zu dem zu bringen, was für uns heute Standard ist“, sagt Thomas Schüttoff. Diese Menschen bedeuten ihm bis heute etwas – sie spielen eine Rolle in seiner eigenen Fliegerwelt und haben sie mitgeprägt: Chesley B. Sullenberger – der Mann, der mit seinem Flugzeug auf dem Hudson notwasserte, was das Überleben von Passagieren und Crew sicherte. Liesl Bach – eine wahre Botschafterin für Frauen in der Luftfahrt. Rod Machado – ein Vorbild für Schüttoff als Fluglehrer, Komiker und begnadeter Entertainer auf der Bühne. Und schließlich Mark Hanna – der mit 40 Jahren viel zu früh seinen letzten Flug antrat.
Hat er schon mal eine bekannte Persönlichkeit geflogen? „Ja, in meiner Zeit als Fluglehrer in Berlin“, erinnert sich Schüttoff. 2008 sei das gewesen – zur Premiere des Films Operation Walküre – der Nachstellung des versuchten Attentats auf Hitler. Da saß in seinem Flugzeug kein geringerer als Hauptdarsteller Tom Cruise. „Ich habe ihn erst nicht erkannt. Er hatte überhaupt keine Starallüren“, berichtet Schüttoff.
Im Bildungs- und Veranstaltungszentrum Aviators Farm finden regelmäßig Vorträge zur Flugsicherheit und Luftfahrtgeschichte statt. Ein Kinosaal sorgt für besondere Filmabende.
Mit Veranstaltungen wie dem Mettbrötchen Fly-In, internationalen Pilotentreffen und Oldtimer-Events ist die Location weit über Niedersachsen bekannt. Thomas Schüttoff vermittelt auf seine Flugbegeisterung in Vorträgen und Seminaren. „Die Aviators Farm ist einer der außergewöhnlichste Luftfahrtstandorte Deutschlands“ urteilt die Hildesheimer Allgemeine Zeitung.
Berühmte Helden der Lüfte von Thomas Schüttoff
Die Luftfahrt lebt von ihrer Geschichte und der Gegenwart. „Piloten und Pilotinnen haben viel gewagt und verloren, um sie zu dem zu bringen, was für uns heute Standard ist”, sagt Thomas Schüttoff. Er stellt uns einige der Menschen vor, die für ihn bis heute eine Rolle in seiner Fliegerwelt bedeuten.
Waldo Pepper
Dieser Name steht als Synonym für all die Barnstormers der 1920er und 1930er Jahre auf der Welt. Waldo Pepper vermittelt nicht nur im Kinofilm „Tollkühne Flieger”die Begeisterung für die Fliegerei, sondern auch die Unbeschwertheit der roaring twenties.
Es war eine Langspielplatte mit dem Titel „Charles Lindbergh”, die Schüttoff als Zehnjähriger von seinen Eltern bekam. Seit dieser Zeit ist er von diesem Menschen fasziniert und betrachte sein Lebenswerk und Wesen mit immer wieder neuen Augen. Ihm gehört fliegerisch seine absolute Bewunderung und gleichzeitig sein Mitgefühl, das erste Medienopfer geworden zu sein. Unzählige Bücher und Devotionalien zeugen von Schüttoffs Sammelleidenschaft zu seinem Lebenswerk. Zu Lindbergh und seinem Lebenswerk hält er fachlich fundierte und amüsante Vorträge.
Charles Lindbergh
1902 – 1974
Ernst Udet
1896 – 1941
Wie will und kann man Ernst Udet heute beurteilen? Man findet ihn in Büchern als Hitlers Helfer ebenso wie als Charmeur und Botschafter für die Luftfahrt beschrieben. Über Epochen wechselte das Bild des polarisierenden Pour Le Merite Trägers. Schüttoff sieht ihn als begeisterten Flieger und Lebemann. Er vermittelte seinen Zeitgenossen die Nähe zur Fliegerei und die Begeisterung dafür. „Ein fliegerischer Haudegen, der von der Hand in den Mund dafür lebte, ja – er wollte immer nur fliegen und hat letztendlich dafür seine Seele an den Teufel verkauft.” Wenn er allerdings mit seinem Lächeln nach einer Vorführung aus dem Flugzeug stieg, brandete ihm die Begeisterung der Menge zu. Dies ebnete die Akzeptanz für die Fliegerei bis heute. Schüttoff: „Mein Held – einfach weil er es drauf hatte!”





